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Dätwyler-CEO will Preise konsequent weitergeben

Altdorf (awp) - Der Industriekonzern Dätwyler spürt wegen gestiegener Inputkosten Gegenwind. Firmenchef Dirk Lambrecht sieht hohe Inflationsraten, gegen die die Zentralbanken aus seiner Sicht "etwas" zu spät vorgehen. "In der Ukraine-Krise gibt es zudem sehr viele Fragezeichen, wie es weitergeht", sagte er dem Online-Portal cash.ch im Interview (Online am Donnerstag).

In China habe Covid erheblichen Einfluss auf die Lieferketten. Diese Problematik werde sich auch nicht kurzfristig auflösen. Dieser Effekt werde sich auch noch zeitverzögert auswirken, sagte er. Sein Unternehmen hatte unlängst die Jahresziele gesenkt. Und man sei auch weiterhin vorsichtig, sagte Lambrecht. Immerhin sei man trotz schwieriger Rohmaterial-Situation voll lieferfähig. 

Für Dätwyler seien sehr viele Rohstoffe wichtig, und auch die Energiepreis-Situation entwickele sich gerade in Europa dramatisch und habe einen Einfluss auf die Kosten. Dabei stellte der Chef von Dätwyler klar: "Auch bei einem Ölpreis von 150 Dollar würden wir die Preise weitergeben. Wir haben die entsprechende Preissetzungsmacht, es gibt aber natürlich die zeitliche Verzögerung. Die Preisweitergabe kann sich um bis zu sechs Monate verzögern."

Keine Kunden verloren

Kunden verloren habe man aber trotz der Situation keine. "Kleinere Konkurrenten werden eher unter Druck kommen. Einige unserer Kunden ändern ihre Lieferantenportfolios und gerade im Automotive-Sektor sehen wir überproportionale Zugewinne und Auftragseingänge bei neuen Produktlinien", sagte er.

Was Übernahmen anbelangt, so will der Manager nun erstmal die getätigten Akquisitionen integrieren. "Unsere Ziele bestehen zum einen aus einem höheren organischem Wachstum, zum anderen in Zukäufen. Längerfristig zurückblickend lässt sich sagen, dass die Preise für Zukäufe hochgegangen sind", führte der Firmenlenker aus.

In der Summe sei die Stimmung in der Industrie weiterhin recht positiv. "Ich sehe keine sehr dunklen Wolken am Himmel, wenn ich Kollegen zuhöre", so der Manager. Wichtig sei jedoch, dass der Schweizer Franken nicht noch einmal deutlich aufwerte.

kw/