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Goldpreis steigt wieder über 5.000 US-Dollar

LONDON (awp international) - Der Goldpreis ist am Freitag wieder über die Marke von 5.000 US-Dollar gestiegen. Eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete am Mittag 5.034 US-Dollar (4.279 Euro). Insgesamt hielten sich in der ablaufenden Woche die Kursausschläge in Grenzen, womit sich das zuletzt teils sehr hektische Geschehen am Goldmarkt weiter beruhigte.

Insbesondere im Januar hatte der Preis für das Edelmetall stark zugelegt. Ende Januar war er auf einen Rekordstand von knapp 5.600 Dollar gestiegen. Anfang Februar folgte der Sturz bis auf fast 4.400 Dollar. An den vergangenen Tagen bewegte er sich um die Marke von 5.000 Dollar.

Auch der Silberpreis legte am Freitag zu. Für eine Feinunze Silber wurden 80,79 Dollar bezahlt. Im frühen Handel hatte sie noch rund 78 Dollar gekostet. Aber auch am Silbermarkt kehrte zuletzt Ruhe und der Preis liegt deutlich unter seinem Höchststand von Ende Januar von 121,65 Dollar.

Jedoch dürfte eine drohende Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran grundsätzlich preisstützend wirken, schrieben die Experten der Commerzbank. Der Iran drohte bereits für den Fall eines Angriffs durch die USA mit "entschlossenen und angemessenen" Gegenmassnahmen, nachdem am Donnerstag US-Präsident Donald Trump eine Frist für ein Abkommen mit dem Iran genannt und 10 bis 15 Tage als ausreichend dargestellt hatte. Zugleich hatte er gedroht: "Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich."

Zudem hätten die jüngsten Gespräche zwischen Regierungsvertretern der Ukraine und Russland bislang keine spürbaren Fortschritte hinsichtlich einer Friedenslösung gebracht, schreiben die Commerzbank-Experten und fuhren fort: "Vor diesem Hintergrund dürften sichere Häfen gefragt und der Goldpreis entsprechend gut unterstützt bleiben."

Ein weiterer Grund für die deutlichen Gewinne von Gold und Silber seit Ende 2025 ist vor allem die US-Geldpolitik. Noch ist unklar, wie stark der von US-Präsident Donald Trump nominierte Notenbankchef Kevin Warsh die Zinsen senken wird. Trump hatte immer wieder starken Druck auf die Fed ausgeübt und deutliche Zinssenkungen gefordert. Die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell endet im Mai. Zinssenkungen würden das Umfeld für Edelmetalle weiter verbessern, da sie selber keine Zinsen abwerfen. Weitere Hinweise für die künftige Geldpolitik könnten die am Nachmittag anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt liefern.

Auch kaufen Notenbanken wie die chinesische, indische und polnische schon länger umfangreich Gold, auch um sich unabhängiger vom Dollar zu machen. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, Robotik und Energie benötigt wird./jsl/la/mis