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Aktien Schweiz Schluss: Nach Schlussauktion klar im Plus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag höher geschlossen. Nach einem wenig bewegten Handelsverlauf schoss der SMI am Nachmittag kurzfristig deutlich in die Höhe, nachdem in den USA der Supreme Court die Zölle des US-Präsidenten Donald Trump als nicht rechtmässig eingestuft hat, vielmehr hat Trump laut dem Entscheid seine Befugnisse überschritten. Die hiesigen Aktien gaben die zusätzlichen Gewinne indes ebenso schnell wieder ab, wie sie sie gewonnen hatten. In einer ersten Reaktion meinte denn auch der Industrieverband Swissmem, dass mit diesem Entscheid noch nichts gewonnen sei. Gegen Handelsende strebte der SMI dann noch einmal etwa nach oben.

Weitere Konjunkturdaten aus den USA bewegten die Kurse am Nachmittag kaum. So hat sich etwa die Stimmung der US-Konsumenten zuletzt weniger verbessert als erwartet und das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich zum Jahresende 2025 wegen des Shutdowns stärker als prognostiziert abschwächt. Am Vormittag stützten dafür gute Konjunkturdaten aus der Eurozone, welche insbesondere für die Wirtschaftslokomotive Deutschland Hoffnungen aufkeimen liessen. Insgesamt wurde der Leitindex SMI von der schwachen Entwicklung der defensiven Schwergewichte an einem noch besseren Wochenabschluss gehindert.

Der SMI legte schliesslich 0,44 Prozent auf 13'859,76 Punkte zu und etablierte sich dabei klar über der Marke von 13'800 Punkten. Über die gesamte Woche gesehen ergab sich ein Plus von 1,9 Prozent. Es ist immerhin das vierte in Folge.

Der 30 Titel umfassende SLI legte 0,56 Prozent auf 2200,58 Punkte zu und der breite SPI 0,41 Prozent auf 19'097,79 Punkte. Im SLI überwogen die Gewinner die Verlierer im Verhältnis 2:1.

An der Tabellenspitze gingen Sika nach Vorlage der Jahresbilanz 2025 mit einem Plus von 3,5 Prozent aus dem Handel. Insgesamt seien die Zahlen des Klebstoff- und Bauchemieherstellers mehr oder weniger wie erwartet ausgefallen, hiess es in Einschätzungen, weitere negative Überraschungen habe es damit nicht gegeben. Gleichzeitig bereiteten die Innerschweizer die Anleger auf ein anhaltend garstiges Umfeld vor. In diesem Lichte wurden die Prognosen für 2026 positiv gedeutet.

Im Sog von Sika zogen weitere baunahe Werte wie Amrize (+2,1%), Geberit (+1,5%) und Holcim (+0,7%) ebenfalls deutlicher an. Von den politischen Nachrichten aus den USA hinsichtlich der Zölle erhielten am Nachmittag Richemont (+2,3%) und Swatch (+1,2%) deutlich Rückenwind.

Noch vor Richemont belegten Helvetia Baloise (+2,4%) den zweiten Rang, aber auch die weiteren Versicherer Swiss Life (+1,8%), Swiss Re (+1,1%) und Zurich (+1,6%) waren gesucht. Letztere machten damit die Verluste vom Vortag im Anschluss an das Jahresergebnis ziemlich genau wieder wett.

Partners Group (+1,9%) erholten sich etwas von den Verlusten vom Vortag. Belastet wurde das Sentiment für den Titel am Donnerstag von Spekulationen über Wertverluste von Private Equity Anlagen im Bereich Technologie. Partners Group hat seinerseits am Freitag in einer Stellungnahme die Sorgen um Kursrückgänge wegen der KI-Exponierung zurückgewiesen.

Zurückgebunden wurde der Gesamtmarkt insbesondere von den schwachen Nestlé (-0,6%), welche Zusammen mit Straumann (-0,8%) das Schlussduo bei den Blue Chips markierten. Nach dem Plus von beinahe 4 Prozent vom Vortag als Reaktion auf das Jahresergebnis und organisatorische Änderungen kam es bei Nestlé zu Gewinnmitnahmen.

Wenig Gunst bei den Investoren fanden indes auch weitere defensive Aktien wie Swisscom (-0,4%), Lindt & Sprüngli (-0,6%) oder die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis (je -0,1%).

Im breiten Markt fielen Siegfried nach Zahlen um 8,8 Prozent markant zurück. Vor allem der Ausblick auf das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2026 sorgte in Analystenkreisen für lange Gesichter.

Klar höher schlossen dagegen etwa Gurit (+8,9%) oder auch Oerlikon (+4,3%), letztere im Vorfeld der Jahreszahlen vom kommenden Dienstag. In Marktkreisen wurden Hoffnungen auf eine Sonderdividende geschürt.

cf/mk