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Aktien Frankfurt Schluss: Schwung lässt weiter nach

FRANKFURT (awp international) - Am deutschen Aktienmarkt hat es am Dienstag keine Nikolaus-Geschenke gegeben. Der Dax verlor 0,72 Prozent auf 14 343,19 Punkte. Den am vergangenen Freitag mit 14 584 Punkten markierten höchsten Stand seit Juni verliert der Leitindex nun etwas aus den Augen, es fehlt ohne frische Impulse der Schwung für einen neuerlichen Anstieg. Der MDax der mittelgrossen Werte verlor am Dienstag 1,06 Prozent auf 25 627,99 Punkte.

Anleger gingen vor den Leitzinsentscheidungen der europäischen und US-amerikanischen Notenbank in der kommenden Woche keine grossen Risiken mehr ein, so der Tenor am Markt. Nach den ordentlichen Kursgewinnen der vergangenen Wochen gebe es derzeit nur wenig, was die Märkte kurzfristig höher treiben könnte, erläuterte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Anleger nähmen Gewinne mit.

Dieses Muster zeigte sich am Dienstag auch im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 , der 0,44 Prozent tiefer schloss mit 3939,19 Punkten. Etwas nach unten ging es auch für die Leitbörsen in Paris und London. In New York verbuchte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende ein Minus von 0,6 Prozent, an der Technologiebörse Nasdaq fielen die Verluste noch grösser aus.

Papiere aus dem Gesundheits- und Medizintechniksektor waren am Dienstag die grössten Verlierer am deutschen Aktienmarkt. Im Dax verunsicherte einmal mehr Fresenius Medical Care (FMC) seine ohnehin leidgeprüften Anleger mit einer Personal-Entscheidung. Nach nur zwei Monaten kommt es beim Dialysekonzern zum nächsten Führungswechsel. Carla Kriwet legte ihr Mandat als Vorsitzende und Mitglied des Vorstands nieder. Hintergrund sind wohl strategische Differenzen zwischen Kriwet und dem neuen Fresenius-Chef Michael Sen.

FMC verloren als Dax-Schlusslicht 3,7 Prozent. Siemens Healthineers und Sartorius erging es mit Abschlägen von jeweils um die 3,2 Prozent kaum besser.

Bei Gerresheimer machten die Anleger nach einem eher enttäuschenden Ergebnisausblick Kasse. Mit einem Verlust von 7,5 Prozent beendeten die Titel des Spezialverpackungsherstellers ihre wochenlange Rally und landeten am MDax-Ende.

Belastet von einer Aktienplatzierung rutschten zudem die Aktien des Strahlen- und Medizintechnikkonzerns Eckert & Ziegler als schwächster Wert im Nebenwerteindex SDax um 11,4 Prozent ab.

RWE gewannen als Tagessieger im Dax 1,5 Prozent. Unterstützung für die Versorger-Titel kam von einer optimistischen Studie der Credit Suisse. Talanx setzten sich mit plus 1,9 Prozent an die MDax-Spitze und profitierten von der Ankündigung einer höheren Dividende.

Vorne im SDax verteuerten sich PVA Tepla um 8,2 Prozent. Analystin Melek Laabidi von Oddo BHF hatte in einer Studie eine Kehrtwende vollzogen, und ihre "Underperform"-Einstufung für die Anteile des Technologie-Unternehmens in ein "Outperform" gedreht.

Der Euro wurde nach dem Börsenschluss zu 1,0510 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor den Referenzkurs auf 1,0516 (Montag: 1,0587) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,9509 (0,9446) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,80 Prozent am Vortag auf 1,81 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,31 Prozent auf 128,32 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,73 Prozent auf 142,72 Punkte./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---