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Aktien Schweiz: Schwächer - Firmenabschlüsse im Blick

Zürich (awp) - An der Schweizer Aktienbörse geht es am Mittwoch nach einem bereits leichteren Start im Verlauf weiter bergab. Es gebe aber keinen generellen Abgabedruck und das Geschäft verlaufe eher ruhig, heisst es im Markt. "Es mangelt an klaren Vorgaben und auch an richtungsweisenden Impulsen", sagte ein Händler. Es sei derzeit einfach schwierig, sich ein Bild zu machen. Denn weder Konjunkturzahlen noch Unternehmensergebnisse deuteten einheitlich in eine klare Richtung.

Zudem nähmen die Marktteilnehmer die in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank verstärkt in den Blick. Während die Anleger beim Fed auf eine Drosselung der Zinserhöhung hoffen, hat die EZB den Erwartungen auf eine weniger restriktive Geldpolitik mehrfach eine klare Absage erteilt. Vor diesem Hintergrund konzentrierten sich die Anleger daher vor allem auf die Aktien der Unternehmen, die sich zu ihrem Geschäft geäussert haben.

Der SMI notiert um 11.08 Uhr um 0,49 Prozent tiefer auf 11'350,48 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, sinkt um 0,69 Prozent auf 1761,39 und der breite SPI um 0,54 Prozent auf 14'571,56 Zähler. Im SLI dominieren die Verlierer (27) die Gewinner (3) klar.

Den stärksten Abschlag verbuchen die Aktien der Credit Suisse (-4,4%). Händler verweisen auf die Schwäche europäischer Kontrahenten wie etwa der Deutschen Bank oder von Santander. UBS (-1,5%) und Julius Bär (-0,8%) schlagen etwas weniger schlecht.

Unter Druck stehen zudem Sonova (-4,0%), die laut Händlern unter einer Verkaufsempfehlung leiden. So hat der Broker Jefferies das Rating gleich um zwei Stufen auf "Underperform" von "Buy" gesenkt. Auch Straumann (-2,2%) geben klar nach.

Klar tiefer gehandelt werden ausserdem Logitech (-2,3%), was Händler mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Vortag erklären. AMS Osram (-1,7%) und Kühne+Nagel (-1,6%) weiten die Vortagesverluste aus.

Dagegen können Lonza (-0,6%) die Anfangsverluste deutlich eingrenzen. Der Pharmazulieferer hat die Markterwartungen mit dem Ergebnis 2022 übertroffen und eine Dividendenerhöhung angekündigt, hat aber gleichzeitig die Wachstumsprognose gesenkt. Dem wirke allerdings die überraschende Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms entgegen. "Zwei Milliarden ist für Lonza nicht wenig", meinte ein Händler.

Die Aktien von Givaudan (-1,5%) sind nach Bilanzvorlage verstärkt im Angebot. Der Aromen- und Duftstoffkonzern ist weniger stark als erwartet gewachsen. Zudem hat er gegen Jahresende hin an Schwung verloren und die Profitabilität ist trotz Preiserhöhungen zurückgegangen. Aber auch bei Givaudan sorgt eine leichte erhöhte Dividende für etwas Gegengewicht. "67 Franken sind nicht schlecht", sagte der Händler dazu.

Belastet wird der Gesamtmarkt ausserdem von Einbussen bei den schwergewichtigen "Roche Bons" (-0,8%). Etwas besser halten sich Nestlé (-0,1%) und Novartis (+0,2%).

Zu den wenigen Gewinnern zählen neben Novartis noch Zurich (+0,02%) und Holcim (+0,1%). In einem Interview mit dem Onlineportal The Market bekräftigte CEO Jan Jenisch, wie gut das Geschäft läuft und dass der Konzern in seiner Transformation gut vorankomme.

Im breiteren Markt legen Mikron (+8,7%) und Emmi (+0,6%) nach Zahlen zu. Landis+Gyr (-9,6%) brechen nach einer Prognosesenkung für 2023/24 dagegen ein. Auch Rieter (-7,6%) sind deutlich tiefer. Der Spinnereimaschinenhersteller hat 2022 massiv weniger Bestellungen erhalten als im Vorjahr. Zudem erwartet er weniger Betriebsgewinn für 2022. Auch GAM (-3,6%) verlieren nach schwachen Vorabzahlen.

pre/uh