Newsticker

Jurassische Kantonalbank erzielt 2023 Rekordgewinn

(Zusammenfassung; durchgehend ergänzt mit Zitaten des CEO)

Pruntrut (awp) - Die Jurassische Kantonalbank (BC Jura) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient und damit ein Rekordergebnis erzielt. Zu verdanken ist dies vor allem den gestiegenen Zinsen.

Der Geschäftserfolg, das operative Ergebnis der Bank, stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 31,2 Millionen Franken (+53%), wie die Bank am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 13,2 Millionen Franken, ein Plus von 30 Prozent.

"Diese Rekordergebnisse und der Zustrom neuer Kunden zeigen das Vertrauen, das wir auf dem jurassischen Markt geniessen", erklärte der Chef der Bank, Bertrand Valley, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Wachstum der Kundenausleihungen

Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsgeschäft, stieg der Nettoerfolg um gut ein Drittel auf 50,4 Millionen Franken (+34%). Dieser Anstieg erkläre sich durch das Wachstum der Kundenausleihungen und durch die neuen Marktbedingungen mit den gestiegenen Zinsen, erklärte Valley.

Der Erfolg im Kommissionsgeschäft legte um 7,5 Prozent auf 10,0 Millionen zu. Das verdeutlicht laut der Geschäftsleitung der BC Jura ebenfalls ein günstiges Jahresende an den Finanzmärkten. Das Handelsergebnis stieg derweil ebenfalls stark an um 55 Prozent auf 7,2 Millionen. Es wurde von den Devisenerträgen getragen.

Die Bilanzsumme betrug Ende Dezember 4,29 Milliarden Franken, 0,5 Prozent mehr im Vergleich zu Ende 2022. Die Hypothekarforderungen stiegen dabei um 4,2 Prozent auf 2,98 Milliarden. Die Kundeneinlagen nahmen um 4,7 Prozent auf 2,55 Milliarden Franken zu.

Mehr Dividende

Die Aktionäre sollen nun vom guten Ergebnis profitieren. Daher schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vor, eine Dividende von insgesamt 6,75 Millionen Franken bzw. 2,25 Franken pro Aktie auszuschütten. Das sind knapp 30 Prozent mehr als für das Geschäftsjahr 2022.

Gleichzeitig stieg der Betriebsaufwand um knapp 17 Prozent auf 34,5 Millionen. CEO Valley erläuterte, dass 3,2 Millionen Franken mehr fürs Personal und 1,8 Millionen Franken für höhere IT-Kosten aufgewendet wurden.

"Sowohl im Kredit- als auch im Kundeneinlagengeschäft hatten wir mit einem weniger starken Anstieg der Kundenzahlen gerechnet", stellte Valley fest. "Dieser überraschende Anstieg hat unsere Teams stark beansprucht." Im Laufe des Geschäftsjahres wurde daher die Belegschaft von 130,5 auf 139,5 Vollzeitstellen aufgestockt.

Unsicheres Umfeld im 2024

Das neue Jahr habe in einem unsicherem Umfeld begonnen, heisst es mit Blick in die Zukunft. Dies sowohl geopolitisch - mit den Konflikten im Nahen Osten und in der Ukraine - als auch wirtschaftlich - mit einer möglichen Abschwächung der Konjunktur und möglichen Zinssenkungen. Trotz der Unsicherheiten gehe die Bank aber davon aus, 2024 ein vergleichbares Ergebnis wie 2023 zu erreichen.

Auf makroökonomischer Ebene rechnet Valley mit stabilen Zinssätzen. "Wir sehen keine grossen Senkungen auf uns zukommen. Das einzige höhere, aber eher unwahrscheinliche, Risiko wäre eine drastische Senkung der Zinssätze durch die amerikanische Zentralbank Fed."

ys/kw/tp