Zürich (awp) - Die vorbörslichen Indikationen für den Schweizer Aktienmarkt sind am Morgen nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump tiefrot. Nachdem die asiatischen Börsen bereits mit deutlichen Verlusten auf die neuen Zölle des US-Präsidenten reagiert haben, zeichnet sich auch in Europa und den USA eine klar negative Marktreaktion ab. "Donald Trump bricht einen globalen Handelskrieg vom Zaun", heisst es denn auch bei der VP Bank.
Dabei trifft das von Trump verkündete Mega-Zollpaket nicht alle Handelspartner der USA gleichermassen. Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für die Schweiz hat der Präsident sehr hohe Zölle von 31 Prozent angekündigt.
Mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 12'358,50 Punkte berechnet die Bank Julius Bär den SMI bereits vorbörslich deutlich tiefer. Für den deutschen Dax oder auch den europäischen Auswahlindex EuroStoxx 50 werden Kursverluste von mehr als 2 Prozent zum Handelsstart erwartet. Auch für die Wall Street zeichnen sich anhand der Futures Abgaben von mindestens 2 Prozent zum Handelsstart ab.
Am Devisenmarkt wird vor allem der Greenback von der Trumpschen Zollpolitik belastet. Sowohl zum Euro als auch zum Franken gibt der US-Dollar nach.
Auf der Suche nach sicheren Häfen greifen Anleger denn auch bei Gold zu, wie das erneute Rekordhoch beim Goldpreis zeigt. An den Bondmärkten dürften die Kurse nach Ansicht der Commerzbank ebenfalls steigen, "da Trumps Zölle schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft haben dürften und die Details der Pläne am Markt noch verdaut werden."
Mit Blick auf die Schweiz sollten Investoren zunächst ein Auge auf die Pharma und Uhrenbranche haben. Bei den Pharmaexporten herrscht aktuell noch eine gewisse Unklarheit, inwieweit Pharmaprodukte von den Zöllen betroffen sein werden, oder ab sie ausgeschlossen sind. Novartis (-0,2%) und Lonza (-0,7%) sowie Roche (-1,2%) halten sich denn auch etwas besser als der Markt. Wie ein Experte festhält, machen Pharmaexport mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte aus.
Hart treffen dürften die Zölle dagegen die Uhrenhersteller. Für Richemont und Swatch (beide -3,7%) stellen die USA den wichtigsten Auslandsmarkt dar.
Überdurchschnittliche Verluste von klar über 2 Prozent zeichnen sich ausserdem bei Logitech, Holcim, UBS, Sonova, Sika, Alcon, Kühne+Nagel, Givaudan und ABB ab.
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