Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem richtungslosen Verlauf leicht tiefer geschlossen und dabei in der Schlussauktion die Marke von 12'200 wieder eingebüsst. Auch die Woche insgesamt wurde damit im Minus beendet. Der mit Spannung erwartete PCE-Deflator - das von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsmass - hatte die hiesigen Aktien zwar noch kaum bewegt. Dafür rutschte der Leitindex SMI im Anschluss an schwächer ausgefallene Daten zum Konsumentenvertrauen in Michigan und zum Verhalten der Einkaufsmanager in Chicago in die Verlustzone. Trotz der Abgaben in der zu Ende gegangenen Woche haben die hiesigen Aktien den Monat August ungeachtet des am Nationalfeiertag verkündeten Zollverdikts aus den USA positiv beendet.
Die Preisdaten aus den USA haben derweil die Erwartung einer Zinssenkung durch das Fed im September weiter verfestigt. Zumindest lagen sie im Rahmen der Erwartungen und stellten damit die Schlüsse der Marktteilnehmer aus der Rede von Fed-Chef Jerome Powell von vergangener Woche in Jackson Hole kaum in Frage. Da die Preisdynamik verhalten bleibe, sei die Bahn für eine Zinssenkung im September weiter freigeräumt worden, hiess es dazu in Marktkreisen.
Der Leitindex SMI schloss 0,26 Prozent tiefer bei 12'187,58 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich nach zuvor drei starken Woche ein moderates Minus von 0,6 Prozent, auf den gesamten August gesehen resultierte hingegen ein Anstieg des SMI um 3,0 Prozent.
Der SLI, in dem derzeit 31 Titel enthalten sind, büsste 0,40 Prozent auf 2006,14 Punkte ein und der breite SPI 0,29 Prozent auf 16'907,81 Punkte. Innerhalb des SLI überwogen die Verlierer die Gewinner im Verhältnis 22 zu 8, während Holcim unverändert aus dem Handel gingen.
Am stärksten zurückgebunden wurden VAT (-2,8%) und Swatch (-2,0%). Letztere gaben damit zumindest einen Teil der Gewinne vom Mittwoch wieder her. Damals hatte sich CEO Nick Hayek an einem kurzfristig organisierten Analystencall positiv über das Geschäft des Uhrenkonzerns geäussert, was der Aktie zu einem kräftigen Kursgewinn von über 6 Prozent verholfen hatte. Richemont (-1,1%) hielten sich etwas besser, gaben schliesslich aber ebenfalls klar nach.
Weitere deutliche Verlierer waren Finanzaktien wie Julius Bär (-1,7%) und Partners Group (-1,6%) oder konjunktursensitive Titel wie Schindler PS (-1,3%), Kühne+Nagel (-1,7%) oder ABB (-1,3% auf 53,68). Die Wiederaufnahme der Abdeckung von ABB durch JPMorgan mit dem Rating "Neutral" und einem Kursziel von 55 Franken dürfte für den Aktienkurs am Berichtstag wohl eher neutral gewesen sein.
Von den Schwergewichten beendeten Novartis (-0,4%) und Roche (-1,3%) die Sitzung ebenfalls im Minus, wogegen Nestlé (+0,7%) zum Schluss im positiven Terrain lagen. Die aufs Jahr gesehen noch immer hinterherhinkenden Nestlé haben damit immerhin ihre Gewinne der Vorwoche mehr als verteidigt.
An der Tabellenspitze landeten Lindt&Sprüngli (+1,1%) sowie Zurich (+0,8%). Swisscom (+0,6%) zeigten nach den Einbussen von beinahe 3 Prozent am Vortag immerhin eine leichte Gegenreaktion.
Auch Sonova (+0,8%) gehörten zur kleineren Schar der Gewinner. Die Aktien bauten damit die Gewinne der beiden Vortage noch einmal aus. Allerdings verbleibt im Vergleich zum Schlussstand von Ende 2024 eine negative Jahresperformance von rund 20 Prozent. Die Aktien notieren nur leicht über dem Jahrestief von Anfang August.
Im breiten Markt machten SoftwareOne (+4,9%) ihre Vortagesverluste nach Zahlenvorlage wieder wett. Dabei half eine Bestätigung des Ratings "Übergewichten" durch die ZKB.
Gefragt waren auch TX Group (+2,8%). Hier positionierten sich die Anleger vor dem erwarteten Börsengang der Swiss Marketplace Group (SMG), hiess es in Händlerkreisen.
Etwas höher schlossen zudem Aktien mit einem "Rüstungsanstrich" wie Montana Aerospace (+1,4%) oder Cicor (+1,7%). Edisun (-3,9%) fielen hingegen nach Zahlen klar zurück.
cf/ra