Zürich (awp) - Der Angriff der USA auf Venezuela verunsichert die Weltbörsen nicht. Im Gegenteil: Die Schweizer Börse erklimmt am Dienstag im frühen Handel neue Rekordwerte. Bereits am Vorabend hatte an der Wall Street der Dow Jones ein neues Allzeithoch markiert, Anleger setzten vor allem auf Ölwerte. Gleichzeitig bestätigte das Plus an der Nasdaq die risikofreudige Marktstimmung.
Die gelassene Reaktion der Märkte auf die Entwicklungen in Venezuela spiegelt laut Marktbeobachtern den jüngsten Trend wider, geopolitische Unsicherheiten weitgehend zu ignorieren und sich auf fundamentale Treiber zu konzentrieren. Im Hintergrund wirke die Hoffnung auf Zinssenkungen der US-Notenbank als Unterstützung für die Aktienmärkte. Der am Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Dezember ist der nächste echte Test für dieses Szenario.
Der SMI steht um 09.13 Uhr 0,18 Prozent höher bei 13'271,36 Punkten, das neue Allzeithoch steht nun bei 13'289,96. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt 0,22 Prozent auf 2155,61 und der breite SPI 0,23 Prozent auf 18'283,30 Punkte.
Holcim (+0,2%) sorgen am Berichtstag für Gesprächsstoff, hat doch der Baustoffkonzern die Übernahme der französischen Alkern unter Dach und Fach gebracht. Der Deal steuert rund 250 Millionen Euro zum Jahresumsatz bei.
Im Tagesverlauf dürften Alcon (+0,8%) in den Fokus rücken. Denn um 14.30 Uhr MEZ startet die ausserordentliche Generalversammlung der US-Medtech-Firma Staar Surgical zur geplanten Übernahme durch den Augenheilkonzern. Zuletzt hatte Alcon das ursprüngliche Angebot nachgebessert.
Bei den defensiven Schwergewichten gleichen die Pharmawerte Novartis (+1,2%) und Roche (+0,5%) die Abgaben bei Nestlé (-0,7%) mehr als aus. Dabei belasteten unter anderem jüngsten Medienberichte über den Rückruf von Babynahrung.
An einem an Nachrichten eher armen Tag erhalten Analystenvoten noch mehr Gewicht. So hat JPMorgan die Bewertung für Schindler (+1,9%) mit "Overweight" wieder aufgenommen. Und dass Barclays sein Votum "Underweight" für ABB bestätigt hat, drückt die Papiere um 0,6 Prozent.
Auch im breiten Markt sind es vor allem Analystenvoten, die für Bewegung sorgen. Bucher etwa - die Papiere büssen deutliche 3,8 Prozent ein - wurde von der UBS auf "Neutral" von zuvor "Buy" gesenkt. Und Zehnder (+1,4%) wurde von Berenberg mit "Buy" bewertet.
Die Papiere des letztjährigen Überfliegers Idorsia ziehen um weitere 2,7 Prozent an.
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