Zürich (awp) - Die Privatbank EFG International wächst und heuert laufend neue Kundenberater an. Der Zustrom früherer CS-Manager hat sich jedoch normalisiert.
"Unsere neuen Kundenberater kommen von verschiedenen Banken", sagte EFG-CEO Giorgio Pradelli in einem am Dienstag online veröffentlichten Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" auf die Frage, ob der Abwerbetrend von Kundenberatern der Credit Suisse vorbei sei.
Erwartet werde, jährlich fünfzig bis siebzig neue Kundenberater anzustellen. "2023 haben wir fast die doppelte Anzahl eingestellt. Ein Drittel der neuen Berater kam von CS", so Pradelli weiter. Seit 2024 habe sich dies jedoch normalisiert.
Kundenberater soll Produkte autonom verkaufen
Das Erfolgsrezept von EFG sei derweil die Stärke in der Kundenberatung und die Kundenorientierung. "Wir haben immer versucht, den Kundenberatern eine gewisse unternehmerische Autonomie zu geben." Was EFG von anderen Schweizer Banken unterscheide, sei das unternehmerische Geschäftsmodell.
Der Kundenberater sei ein Partner und kein Salesman: "Wir sagen den Kundenberatern nie, was sie zu verkaufen haben. Wir haben keine Produktziele, wie andere Institute sie zum Teil haben."
Derweil werde das Geschäft im neu gestarteten Jahr 2026 etwas Gegenwind bekommen, insbesondere was die US-Währung und die Zinsen angeht. "Die Nullzinsen spürten wir jetzt schon in den ersten zehn Monaten 2025: Die Zinsmargen sind ein bisschen runtergegangen." Aber die zugrundeliegenden Trends des Geschäfts von EFG blieben positiv, so der Chef. Und der Gegenwind bei den Zinsen könne durch eine höhere Kommissionsmarge kompensiert werden.
ys/jb