(Zusammenfassung mit Schlusskurs aktualisiert)
Interlaken (awp) - Die Jungfraubahn-Gruppe hat 2025 erneut Rekordwerte bei den Gästezahlen erzielt. Trotzdem sieht CEO Oliver Hammel weiteres Wachstumspotenzial und äussert sich zu möglichen Auswirkungen der Katastrophe von Crans-Montana auf den Schweizer Tourismus.
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gruppe insgesamt so viele Gäste wie keine andere Bergdestination der Schweiz. Auf dem Jungfraujoch wurde mit rund 1,06 Millionen Besucherinnen und Besuchern erneut die Millionenmarke erreicht.
Bei den sogenannten Erlebnisbergen stieg die Gästezahl auf 1,64 Millionen, während in der Jungfrau Ski Region 1,21 Millionen Ersteintritte gezählt wurden. Insgesamt stieg die Gästezahl damit um 3,2 Prozent auf knapp 3,91 Millionen.
Weiteres Wachstumspotenzial
Dennoch sieht CEO Hammel die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht. "Es gibt weiterhin Potenzial in der Nebensaison von November bis März sowie am frühen Morgen und am späteren Nachmittag", sagte er im Gespräch mit AWP. Ziel sei es, den Betrieb über die gesamte Saison hinweg möglichst gleichmässig auszulasten.
Dazu will das Unternehmen weiter investieren. So soll das Jungfraujoch in den 2030er-Jahren mit einem neuen sogenannten Mountain House aufgewertet werden; die Umsetzung ist bis spätestens 2033 vorgesehen.
Zur Katastrophe von Crans-Montana äusserte sich Hammel zurückhaltend. Man habe die Ereignisse "mit grosser Betroffenheit verfolgt" und beobachte die Situation genau. Ob daraus ein nachhaltiger Imageschaden für den Schweizer Tourismus entstehe, lasse sich derzeit schwer abschätzen.
Sehr zufrieden zeigte sich Hammel mit dem Start in die Wintersaison: "Trotz schwieriger Schneebedingungen - es fiel lange kaum Schnee - hatten wir den besten Start in eine Wintersaison in der Geschichte des Unternehmens." So nahmen die Ersteintritte ("Skier Visits") seit Saisonbeginn im November bis Ende 2025 gegenüber dem Rekordwert aus der Vorsaison nochmals um 12 Prozent zu.
Finanzziele bis 2030
Neben den Besucherzahlen standen vor allem die neuen Finanzziele im Fokus. Bis 2030 strebt das Unternehmen eine EBITDA-Marge von mindestens 45 Prozent, eine Umsatzrendite von mindestens 25 Prozent sowie neu einen Return on Invested Capital (ROIC) von über 10 Prozent an. Zudem können sich die Aktionäre auf eine höhere Ausschüttungsquote von künftig 50 bis 67 Prozent freuen (bisher 40 bis 60 Prozent).
Die Bank Vontobel bezeichnete die Ziele allerdings als konservativ, da viele Kennzahlen bereits 2024 erreicht worden seien. Positiv wertete der zuständige Analyst den stärkeren Fokus auf die Wertschöpfung für die Aktionäre.
Die Börse reagierte wenig. Die Jungfraubahnen-Aktie schloss 0,3 Prozent höher.
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