Newsticker

Aktien Schweiz: SMI mit leichter Konsolidierungstendenz nach Rekordhoch

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag anfängliche Verlust grösstenteils wettgemacht und notiert am späten Vormittag nur noch leicht im Minus. Die Abgaben werden von Händlern vor allem mit einer Konsolidierung nach den jüngsten Avancen begründet. So hatten die Aussichten auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed nach bestenfalls durchwachsenen Daten vom US-Arbeitsmarkt am Freitag für steigende Kurse an den Aktienmärkten weltweit gesorgt und auch dem SMI ein neues Rekordhoch beschert.

Entsprechend ist nun auch die Technik ein Thema. Der Markt sei stark überkauft, was zumindest auf eine Verschnaufpause hindeuten könnte, heisst es in einem Kommentar von BNP Paribas. Sollte es dazu kommen, träfe der SMI bei 13'199 Punkten auf eine erste signifikante Unterstützung. Darunter könnten die aktuell bei 12'938 Punkten verlaufende 38-Tage-Linie und das November-Hoch bei 12'843 Punkten in den Fokus rücken. Aus fundamentaler Sicht werden am Dienstag die Inflationsdaten aus den USA Aufschluss über die weitere Richtung der US-Geldpolitik geben. Der verschärfte Streit zwischen Fed-Chef Jerome Powell und US-Präsident Donald Trump könnte derweil das Sentiment mittelfristig etwas deutlicher belasten, heisst es.

Der SMI verliert gegen 11.10 Uhr 0,16 Prozent auf 13'400,87 Punkte, zwischenzeitlich lag er mit dem neuen Rekordhoch von 13'423,79 gar knapp im Plus. Der 30 Titel umfassende SLI büsst 0,22 Prozent auf 2170,73 und der breite SPI 0,20 Prozent auf 18'465,68 Punkte ein. Im SLI notieren aktuell 18 Titel tiefer und zwölf höher.

Grösster Verlierer sind Holcim (-2,2%). Nach dem starken Vorjahr und dem Plus von knapp im 3 Prozent in der vergangenen Woche haben die Analysten der Bank of America den Titel auf 'Neutral' von 'Buy' zurückgestuft. Weiter unter Druck stehen zudem nach der bereits schwachen Vorwoche Logitech (-1,2%). Und VAT (-1,2%) zollen ihrem extrem starken Jahresstart mit einem Plus von 15 Prozent Tribut.

Und auch die Bankwerte Julius Bär (-1,1%) und UBS (-0,6%), die ebenfalls einen sehr guten Jahresstart hingelegt haben, werden mehrheitlich verkauft. UBS stehen derweil im Rahmen der Kapitaldiskussion im Fokus - aktuell im Zusammenhang mit der Vernehmlassung zu Vorschlägen des Bundesrates. Die Grossbank lehnt wenig überraschend die vollständige Kapitalunterlegung ihrer Auslandstöchter vehement ab. Der Vorschlag sei viel zu teuer, schade der Schweizer Volkswirtschaft und sei nicht die richtige Antwort auf den CS-Untergang, schreibt sie in ihrer Vernehmlassungsantwort.

Auch Versicherungstitel Helvetia Baloise (-1,3%), Swiss Life (-0,8%), Swiss Re (-1,0%) und Zurich (-0,5%) haben heute einen eher schweren Stand. Bei Swiss Life ist im Handel von einer Abstufung durch die französiche BNP Paribas die Rede, wobei vor allem auf die deutliche Neubewertung in den letzten Jahren verwiesen wird und von einem zuletzt eher etwas enttäuschenden Geschäftsverlauf die Rede ist.

An der Tabellenspitze bei den Blue Chips bewegen sich mit Lonza (+1,7%) und Alcon (+0,9%) u.a. zwei Gesundheitswert. Bei Amrize (+1,1%) ist von einem guten Sentiment die Rede, nachdem der in Nordamerika tätige Baukonzern letzte Woche eine erste grössere Akquisition bekannt gegeben hat.

Ins Plus schafften es auch Sika (+0,1%) und Lindt (PS +1,1%), die beide am (morgigen) Dienstag Umsatzzahlen bekannt geben werden.

Für Interesse sorgen auch weiter Nestlé (unv.). Die Titel standen nach einem grösseren Produktrückruf fast die ganze letzte Woche unter Druck und verloren fast 5 Prozent. Von einer Erholung kann also noch nicht die Rede sein.

Im breiten Markt sacken SoftwareOne (-9,0%) stark ab, nachdem Morgan Stanley das Rating auf 'Underweight' gesenkt hat. Ausserdem hat Research Partner bei Swissquote (+2,4%) die Einschätzung auf 'Kaufen' erhöht. Bei Tecan (+2,3%) gibt es Anschlusskäufe auf die Gewinne vom Freitag nach guten Vorabzahlen - heute haben gleich drei Analysten ihre Kursziele erhöht. Cosmo (-0,6%) büssen nach Vorabzahlen dagegen etwas an Terrain ein.

uh/hr