Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird zum Wochenschluss laut vorbörslichen Indikationen etwas schwächer gesehen. Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Entspannung bei den geopolitischen Brandherden Grönlandkonflikt und Ukrainekrieg seien bereits wieder gewissen Zweifeln gewichen, ob die Entspannung wirklich von Dauer sei, meint ein Händler. Denn zu oft schon habe der US-Präsident eine unerwartete Volte vollzogen. Das Misstrauen zeige sich auch darin, dass die Edelmetalle Gold und Silber weiterhin auf Rekordkurs seien und auch der Franken kaum etwas von seiner Stärke eingebüsst habe, heisst es weiter.
Am Vortag hatte ein Rahmenabkommen zur Zukunft Grönlands für Zuversicht gesorgt und die Kurse weltweit steigen lassen. In diesem Zusammenhang hat Trump auch die Zollankündigungen gegenüber mehreren europäischen Ländern wieder zurückgenommen. Ausserdem keimten neue Hoffnungen auf ein Ende des Ukrainekriegs auf. Und auch zur US-Notenbank Fed gab es positive News. So äusserte das Oberste Gericht der USA Zweifel an der rechtmässigen Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook und betonte die Unabhängigkeit der Notenbank. Doch alle diese Fragen seien noch nicht wirklich gelöst. Zudem dürfte bei den transatlantischen Beziehungen inzwischen einiges Geschirr zerschlagen worden sein, was für eine erhöhte Unsicherheit sorge. Damit dürfte der Markt auch volatil bleiben, heisst es weiter.
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI vorbörslich gegen 8.15 Uhr um 0,18 Prozent tiefer bei 13'205 Punkten. Damit zeichnet sich auf Wochensicht eine negative Bilanz ab, stand der SMI doch am vergangenen Freitag höher bei 13'413 Punkten. Bis auf Amrize (+0,5%) werden alle SMI-Werte tiefer indiziert.
Am Ende der Kurstafel stehen Holcim (-2,1%). Hier dürfte die Ratingsenkung auf "Neutral" von "Buy" durch Goldman Sachs belasten. Klar im Minus erwartet werden auch Alcon (-1,1%) und Logitech (-0,6%). Ansonsten halten sich die Abschläge mit -0,1 Prozent in Grenzen.
Unter Druck stehen Lindt & Sprüngli (PS -2,0%). Barclays hat das Rating für die Namenaktien von Lindt & Sprüngli in einer Branchenstudie auf "Underweight" von "Overweight" gesenkt.
Bei den Nicht-SLI-Werten fallen Autoneum (-2,6%) negativ auf. Der Autozulieferer hat 2025 einen Umsatzrückgang verbucht. Zwar trugen zwei Akquisitionen positiv zum Ergebnis bei, der starke Franken belastete allerdings. Die eigenen Gewinnziele hat das Unternehmen aber gut erreicht.
Dagegen werden SFS (+0,9%) nach Zahlen höher erwartet. Der Metallverarbeiter hat 2025 den Umsatz um 0,6 Prozent auf 3,06 Milliarden Franken gesteigert. Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft dämpfe das Geschäft aber weiterhin. Das organische Wachstum betrug 2,9 Prozent.
Fester gestellt werden zudem Huber+Suhner +0,7%) und Polypeptide (+0,7%), die am Vortag nachgegeben hatten.
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