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Swisscom erhöht Abo-Preise für Millionen Privatkunden ab April

(Zusammenfassung um Aktienkurs und theoretische Umsatzberechnungen ergänzt. Die Gesamtzahl der Kunden wurde durch die Zahl der Privatkunden ersetzt)

Bern (awp) - Nun ist der Druck auch für die Swisscom zu gross geworden: Der grösste Schweizer Telekomkonzern greift zur ersten Preiserhöhung für Privatkunden auf breiter Front. Millionen Kunden müssen ab April tiefer in die Tasche greifen.

Die Abonnements für Internet und Mobilfunk werden um 1,90 Franken pro Monat teurer, jene für TV und Festnetztelefonie steigen um 0,90 Franken. Der Preisaufschlag gilt für Neu- und Bestandskunden, wie der grösste Schweizer Telekomanbieter am Dienstag bekannt gab. Ausgenommen seien die Grundversorgung, Prepaid-Angebote sowie die reinen Daten- und Kinder-Abos beim Mobilfunk.

Dies ist die umfangreichste Preiserhöhung der Swisscom seit vielen Jahren. Bisher habe man bei einzelnen Produkten die Preise erhöht, sagte eine Firmensprecherin auf Anfrage. Im vergangenen Jahr hatte die Swisscom-Tochter Wingo ihre Produkte verteuert. 2024 hatte die Swisscom in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Möglichkeit einer Teuerungsklausel aufgenommen, aber bisher diese nie umgesetzt.

Mehr als die halbe Schweiz betroffen

Von der jetzigen Preiserhöhung sind mehrere Millionen Menschen betroffen. Wie viele es genau sind, wollte die Swisscom-Sprecherin nicht sagen.

Die Swisscom hatte Ende September in der Schweiz bei den Privatkunden mit allen Marken 3,5 Millionen Mobilfunkabos und 1,7 Millionen Breitband-Abonnenten. Beim TV waren es 1,4 Millionen Kunden und beim Festnetz gut 0,9 Millionen Abonnenten.

Kunden von Bündelangeboten werden für jeden Bestandteil des Bündels zur Kasse gebeten: Hat ein Kunde beispielsweise ein Mobilfunk-, Internet- und TV-Angebot abonniert, muss er für den Mobilfunk und das Internet zweimal 1,90 Franken pro Monat mehr bezahlen, plus 90 Rappen für das TV-Abo.

Die Swisscom-Kunden würden in den nächsten Tagen mit ihrer Rechnung und per E-Mail informiert. Wenn sie mit der Preiserhöhung nicht einverstanden seien, könnten die Kunden ihren Vertrag vorzeitig auflösen, hiess es weiter. Zweit- und Drittmarken sind von der Preiserhöhung nicht betroffen.

Zweistelliger Millionenumsatz

Experten schätzen den Mehrumsatz durch die Preiserhöhungen auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag brutto pro Jahr. Davon muss man allerdings die Kunden abziehen, die wegen der Preiserhöhung ihr Abo kündigen. Netto dürfte damit ein Zusatzumsatz in der Grössenordnung eines tieferen zweistelligen Millionenbetrags übrigbleiben.

Zum Vergleich: Die Swisscom hat im Jahr 2024 in der Schweiz mit Privatkunden einen Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Franken und einen Betriebsgewinn von 3,0 Milliarden Franken erzielt. Der Gesamtkonzern peilt für 2025 inklusiv der übernommenen Vodafone Italia einen Konzernumsatz von 15,0 bis 15,2 Milliarden Franken an.

Die Preiserhöhung trieb die Swisscom-Aktie nach oben: Der Kurs, das bis zur Ankündigung der Preiserhöhung am Dienstagmorgen noch leicht im Minus gelegen hatte, kletterte bis gegen 16.40 Uhr um 3,3 Prozent auf 625,50 Franken. Das ist der höchste Stand seit dem Platzen der Internetblase im März 2000.

Preisverfall nagt am Umsatz

Grund für den Aufschlag sei der harte Wettbewerb in der Branche. Bisher seien die Preise in der Telekombranche immer gefallen, während auf der anderen Seite die Leistungen ständig gestiegen seien. Dadurch würden die Gesamtmarktumsätze und die Umsätze pro Kunde sinken. "Dieser Umsatzrückgang im Telekommunikationsmarkt lässt sich nicht mehr allein durch Kostensenkungsmassnahmen und Effizienzsteigerungen auffangen", schrieb die Swisscom weiter.

Damit ist nun auch der Marktführer eingeknickt: In den vergangenen Jahren hatten die Konkurrenten Sunrise und Salt Preiserhöhungen durchgeführt.

Ob die Preiserhöhungen ausreichen würden, den Umsatzrückgang auszugleichen, konnte die Swisscom-Sprecherin noch nicht sagen: "Dafür ist es zu früh." Man werde allerdings weiterhin Massnahmen zur Senkung der Kosten ergreifen.

jb/ra