Newsticker

Aktien Schweiz Schluss: Leichtes Plus nach volatiler Sitzung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem volatilen Handelstag etwas fester geschlossen. Nach einem schwachen Start in die Sitzung baute der SMI seine Verluste im Tagesverlauf mehr und mehr ab, ehe am Nachmittag der Vorstoss in die Gewinnzone gelang. Geprägt war die Stimmung zumindest zu Beginn von den Sorgen rund um die künstliche Intelligenz, wie es in Marktkreisen hiess. So würden Investoren zunehmend hinterfragen, ob sich die immensen Investitionen der grossen Technologiefirmen auch in nützlicher Frist monetarisieren lassen. Entsprechend wurden mit Alphabet und Amazon zuletzt zwei US-Giganten für ihre monströsen Investitionspläne an der Börse abgestraft.

Hinzu kamen die Unwägbarkeiten wegen der jüngsten Kursausschläge bei den Edelmetallen und zuletzt beim Bitcoin sowie wegen der eigentlich für heute angesetzten Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten, die wegen des teilweisen Shutdowns in den USA auf kommende Woche verschoben wurde. "Das sorgte vor dem Wochenende noch zusätzlich für Verunsicherung", sagte ein Händler. Die Daten wären wichtig, um sich ein Bild von der möglichen Geldpolitik machen zu können.

Der Swiss Market Index zog am Berichtstag letztlich um 0,27 Prozent auf 13'503,06 Punkte an, dies bei einer beachtlichen Spannweite von gut 170 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich für den SMI ein Plus von 2,4 Prozent. Der 30 Titel umfassende SLI rückte 0,30 Prozent auf 2154,32 Punkte vor und der breite SPI 0,30 Prozent auf 18'638,05 Punkte.

Auch aus charttechnischer Sicht scheint der SMI derzeit gut aufgehoben. Nach unten drohe keine unmittelbare Gefahr, hiess es in einer Einschätzung der Bank BNP Paribas. Trotz der Verluste des Vortages habe der SMI sein Rekordhoch vom Mittwoch bei 13'588 Punkten nicht aus den Augen verloren. Mit dem aktuell bei 13'217 Punkten verlaufenden 38-Tage-Durchschnitt und dem März-Hoch bei 13'199 Punkten würden derzeit recht solide Unterstützungen bestehen.

Grösste Gewinner waren die Bauwerte Amrize (+4,5%) und Holcim (+3,3%). Diese erhielten Rückenwind von Spekulationen, wonach führende Hausbauer in den USA angeblich grosse Pläne hegen. Dank der starken Marktstellung im US-Dachbau würde auch Amrize von einem solchen Vorhaben profitieren, hiess es an der Börse. Nur moderat zogen entsprechend Geberit (+0,4%) an, die in den USA nur minimal exponiert sind.

Grössere Gewinne verzeichneten darüber hinaus Straumann (+1,7%), VAT (+1,6%), Logitech (+1,4%) oder die ebenfalls baunahen Sika (+0,8%).

Zum guten Gesamtmarkt trugen auch die Schwergewichte Nestlé und Novartis (je +0,6%) bei, wogegen Roche GS (-0,6%) zurückblieben.

Die grössten Abgaben verzeichneten indes geschlossen die Gesundheitswerte Sonova (-1,4%), Galderma (-1,2%) und Alcon (-1,0%).

Im breiten Markt schossen LEM (+15%) nach Zahlen in die Höhe. Analysten sehen insgesamt die Zahlen überwiegend im Rahmen der Erwartungen, lobten aber die Fortschritte beim Sparprogramm.

Auch Vontobel (+3,8%) reagierten positiv auf das Zahlenset. Der Vermögensverwalter hat 2025 den Gewinn erhöht und dank eines starken Geschäfts mit Privatkunden deutliche Neugeldzuflüsse verbucht.

EMS Chemie (-1,4%) gaben dagegen nach Zahlen nach. Der Chemiekonzern hat 2025 bei einem etwas tieferen Umsatz den Gewinn abermals gesteigert. Hier dürften aber auch die enttäuschenden Stellantis-Zahlen die Stimmung getrübt haben, meinte ein Händler und verwies gleichzeitig auf Autoneum (-1,4%), einen weiteren Autozulieferer.

Derweil lasteten die Sorgen rund um die KI-Gefahren etwas auf den Aktien der beiden Softwarespezialisten Temenos (-1,0%) und SoftwareOne (-0,6%).

cf/to