Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handel starten. Der Erholungsversuch vom Vortag wird durch erneut steigende Ölpreise gebremst. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch, da widersprüchliche Signale aus den USA zur Dauer des Iran-Konflikts vorliegen und diplomatische Fortschritte weiterhin ausbleiben.
Bei den Ölpreisen zeichnet sich weiterhin keine Entspannung ab. Zwar hat der Iran laut Berichten einzelnen Tankern die Passage durch die Strasse von Hormus erlaubt. Am Markt wird nun spekuliert, ob dies für Schiffe aus Indien und China gelten könnte. Konkrete Massnahmen wie militärische Eskorten oder Versicherungsmechanismen fehlen aber weiterhin. Die Ölpreise stiegen denn auch weiter an und der Preis der Sorte Brent verteuerte sich zuletzt auf 103,78 USD je Barrel.
In der laufenden Woche richtet sich der Blick neben dem Iran-Krieg in die Schaltzentralen der wichtigsten Notenbanken. Innerhalb von nur 24 Stunden werden am Mittwoch und Donnerstag die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE), die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank of Japan (BoJ) ihre Sitzungen abhalten. "Die zentrale Frage wird im Wesentlichen lauten, wie die Zentralbanken den Öl-Schock interpretieren werden", so ein Marktbeobachter. Der "geldpolitische Status quo" erscheine aber dabei das wahrscheinlichste Szenario.
Die Bank Julius Bär berechnet den vorbörslichen SMI am Dienstag gegen 08.15 Uhr 0,25 Prozent im Minus bei 12'850 Punkten. 18 der 20 Blue Chips werden tiefer erwartet, wobei die Bandbreite von -0,6 Prozent bis -0,1 Prozent reicht. Der SMIM wird derweil 0,22 Prozent tiefer bei 2933,00 Zählern erwartet.
Obenaus schwingen im SMI die neu als Partizipationsscheine gehandelten Titel von Roche (+0,6%). Der Pharmakonzern hatte zudem angekündigt, seine KI-Infrastruktur mit neuen Hochleistungsgrafikprozessoren von Nvidia auszubauen. Ebenfalls leicht im Plus sind ohne Neuigkeiten Amrize (+0,3%), während Geberit (-0,6%) am deutlichsten nachgeben.
Unauffällig präsentieren sich derweil die Alcon-Aktien (-0,3%). Der Augenheilkonzern hat die geplante Fusion mit dem US-Medizintechnikunternehmen Lensar abgesagt.
Im breiten Markt stechen die Titel von Comet (+4,7%) positiv hervor. Dabei dürfte eine Kaufempfehlung der US-Bank JPMorgan beflügeln. Auch Tecan (+2,7%) können vorbörslich von einer Zusammenarbeit mit Nvidia profitieren. Die grössten Verlierer sind derweil die zuletzt gut gelaufenen Titel des Reisedetailhändlers Avolta (-1,8%).
an/ra