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Aktien Schweiz Vorbörse: Stabilisierungsversuch am grossen Verfall

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt startet nach seinen heftigen Verlusten der vergangenen beiden Handelstage einen Stabilisierungsversuch. Die Kurse an den US-Börsen zeugten am Vorabend auch von einer gewissen Nervosität angesichts der Eskalation des Iran-Kriegs, zeigten sich unter dem Strich aber weniger beeindruckt als die übrigen Weltmärkte. Dabei half auch die Entwicklung des Ölpreises, der von seinem sehr hohen Niveau etwas zurückkam. Derweil sind die Impulse aus Asien gering, denn in Japan bleiben die Börsen wegen eines Feiertags geschlossen. Der Hang Seng und der Shanghai Composite liegen allerdings im Minus.

Ob eine gewisse Erholung der europäischen Märkte ausgerechnet am heutigen grossen Verfallstag gelingen kann, ist fraglich. Am "Hexensabbat" laufen an der Terminbörse Futures und Optionen auf Aktienindizes und Einzelaktien aus. Dabei kann es bei grossen Umsätzen zu heftigen Kursschwankungen kommen. Bereits am Vortag hätten offenbar einige Anleger die Reissleine gezogen, sagte ein Händler.

Insgesamt gehe eine Woche voller Kriegs-Schlagzeilen und Zentralbank-Entscheiden zu Ende und aktuell sei klar, dass sich der Konflikt intensiviere und niemand wisse, welche geldpolitische Antwort die richtige sei, fasst es eine Börsianerin zusammen. Auch wenn der heutige Morgen einen etwas ruhigeren Anschein mache, werde die Unsicherheit weiter auf der Tagesordnung stehen. "Den leichten Kaufdruck als verlässliches Zeichen für eine nachhaltige Aufwärtskorrektur zu werten wäre fatal zu früh", warnen Händler.

Ölpreis bleibt über 100 Dollar

Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind am Vortag bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden. Deshalb und wegen angedrohter US-Vergeltung wuchs unter Anlegern die Sorge, dass aus einem geopolitischen Krieg zunehmend ein Energiekrieg wird.

Das trieb den Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent im gestrigen Handel in Richtung der 120-Dollar-Marke, er kam aber mittlerweile wieder auf gut 107 Dollar zurück. Dabei half auch die Aussage der Internationalen Energieagentur, dass die freigegebenen strategischen Ölreserven nun auf dem Markt verfügbar seien.

Aktien knapp im Plus erwartet

Zumindest zunächst wird der SMI wohl seine Talfahrt abbremsen. Die Bank Julius Bär berechnet den Schweizer Leitindex vorbörslich gegen 08.10 Uhr um 0,28 Prozent höher bei 12'495 Punkten. Am Vortag war der SMI mit 12'459 auf ein neues Jahrestief gefallen, seit Kriegsbeginn summierte sich das Minus auf rund 11 Prozent.

Novartis (+0,2%) übernimmt vom US-Biotechunternehmen Synnovation Therapeutics ein Krebsforschungsprogramm und erwirbt dazu die Tochtergesellschaft Pikavation Therapeutics für 2 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich können erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu einer Milliarde fällig werden.

Bei Roche (+0,3%) beendet die Tochter Genentech die klinische Entwicklung des Prüfpräparats Emugrobart, einem Anti-Myostatin-Antikörper für die Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA).

Nach den Änderungen im Aktionariat stellt Galderma (+2,7%) nun auch den Verwaltungsrat neu auf. Neben den neuen Vertretern für Grossaktionär L'Oreal soll auch der ehemalige Novartis-CFO Harry Kirsch in das Gremium gewählt werden.

Temenos (+2,2%) profitieren von einer positiven Studie. Berenberg nimmt die Abdeckung mit "Buy" auf.

dm/ra