Zürich (awp) - Die Aktien von Orior vollziehen am Mittwoch im frühen Handel nach Vorlage der Jahreszahlen 2025 einen Kurssprung. Die finanzielle Lage der Lebensmittelgruppe stabilisierte sich etwas und bei den Kennzahlen wurden die Erwartungen leicht übertroffen. Zudem kündigte der Konzern weitere Effizienzmassnahmen an.
Die Orior-Papiere weisen gegen 10.20 Uhr in einem klar positiven Gesamtmarkt ein Plus von 11,3 Prozent auf 11,20 Franken aus. Das ist ein Lichtblick für den Konzern: Die Papiere waren seit über einem Jahr massiv unter Druck. In einem Auf und Ab büssten sie in den vergangenen zwölf Monaten die Hälfte ihres Wertes ein. Gleichzeitig gewinnt der SPI am Mittwoch 1,6 Prozent hinzu.
Analysten beurteilen unterdessen das Jahresergebnis und die Ankündigungen von Orior gemischt, ein positiver Grundton überwiegt allerdings. Positiv hervorgehoben wird konkret vor allem der Schuldenabbau: Die Nettoverschuldung sank deutlich, der Verschuldungsgrad verbesserte sich auf 3,9x.
Gleichzeitig sehen die Experten aber die weiterhin hohe Verschuldung kritisch. Sie liegt nach wie vor klar über dem Zielwert. Eine Kapitalerhöhung bleibt aus Sicht der ZKB weiter im Bereich des Möglichen. Für einen operativen Turnaround seien ein weiterer Schuldenabbau kombiniert mit einer positiven Entwicklung im Kerngeschäft in den nächsten zwölf Monaten eine wichtige Voraussetzung. Hier kündigte Orior auch weitere Restrukturierungen an.
Zu den Positiv-Faktoren zählen die Experten derweil noch den Free Cashflow, der sich klar erholte, gestützt durch geringere Investitionen und Verbesserungen im Working Capital. Zudem lag das operative Ergebnis leicht über den Erwartungen, und die Margen entwickelten sich stabil bis leicht besser.
Die UBS wiederum moniert noch den verhaltenen Ausblick mit rückläufig erwarteten Umsätzen 2026. Zudem fehlt weiterhin ein CEO - Monika Friedli-Walser führt den Konzern seit Frühling 2025 in einer Doppelrolle als Verwaltungsratspräsidentin und CEO. Ausserdem seien strategische Fragen etwa rund um den neuen Grossaktionär Emil Weber und seinen Sohn Tobias unklar. Den beiden gehört der Kiosk- und Shopartikelgrosshändler E. Weber & Cie.
to/hr