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Aktien Schweiz: Nestlé tragen den Gesamtmarkt

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hält sich zu Beginn der verkürzten Osterwoche leicht im Plus; insbesondere dank der starken Nestlé-Titel. Von einem Stimmungsumschwung kann angesichts der andauernden Kämpfe im Nahen Osten aber keine Rede sein. Die dreitägige Aufwärtsreise bis zur Mitte der Vorwoche habe sich als klassische Bullenfalle entpuppt, heisst es in Marktkreisen. Und Entspannungszeichen im Nahostkonflikt gibt es derweil zu Beginn der Woche kaum. Im Gegenteil dürfte sich mit dem Kriegseintritt der vom Iran unterstützten Huthis und dem sich abzeichnenden Einsatz von US-Bodentruppen die Chancen für eine mehrwöchige Verlängerung des Krieges erhöht haben, so die Einschätzung der Onlinebank Swissquote.

Die Skepsis an den Märkten hinsichtlich der Frage, ob die Friedensgespräche erfolgreich sein werden, bleibe vorerst gross, schreibt auch die Zürcher Kantonalbank in einer Einschätzung. Die Fristverlängerung der USA gegenüber Iran für ein Waffenstillstandsabkommen habe die Märkte nur bedingt beruhigt.

Ölpreise peilen wieder Richtung Jahreshoch

Dies zeigt sich insbesondere an den Ölpreisen, welche weiter nach oben streben. Das Fass Brent-Rohöl wird derzeit zu rund 116 US-Dollar gehandelt. Das Jahreshoch vom 9. März bei 119,50 liegt damit in Reichweite. Am Devisenmarkt streift gleichzeitig der Franken seine jüngste Schwächephase nicht ab. Der US-Dollar liegt nur knapp unter 0,80 Franken und der Euro nur eine Spur unter 0,92. Der Volatilitätsindex VSMI verharrt gleichzeitig bei über 24 Punkten auf einem hohen Niveau.

Der SMI legt bis um 10.50 Uhr 0,40 Prozent auf 12'620,89 Punkte zu. Auf 14 Gewinner kommen 5 Verlierer und die stabilen Amrize. Der SMIM für die mittleren Werte legt 0,37 Prozent auf 2870,34 Punkte zu und der breite SPI 0,36 Prozent auf 17'614,75 Zähler.

Getragen wird der SMI insbesondere von den starken Nestlé (+1,4%). Diese knüpfen damit an die Erholung der Vorwoche an. Vom Jahreshoch von Anfang März bei 84,65 Franken befinden sich die Aktien aber noch immer mehr als 7 Franken oder über 8 Prozent entfernt. Gute Unterstützung bieten indes auch Novartis (+0,7%) und in etwas geringerem Mass Roche (+0,4%).

Auch Kühne+Nagel (+1,3%) setzen die Stärke der Vorwoche fort. Der Titel gilt wegen der global komplizierter gewordenen Lieferketten als einer der wenigen Kriegsprofiteure.

Knapp über 1 Prozent ziehen noch Logitech an, die Gewinne von Givaudan (+0,6%) oder Swiss Re (+0,4%) sind schon moderater.

Sika (+0,1%) halten sich im breiten Mittelfeld stabil, befinden sich dabei aber nur knapp über dem Jahrestief von 120,35 Franken von vor einer Woche. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges haben die Titel rund 20 Prozent an Wert eingebüsst und damit mehr als Branchengrössen wie Holcim. Jefferies verweist in einer Branchenstudie auf die stärkere Zyklizität und eine höhere Exponierung gegenüber dem Nahen Osten von Sika. Die Bewertung der Titel sei mittlerweile aber auf einem historisch tiefen Niveau angekommen.

Deutlichere Abgaben verzeichnen derzeit einzig UBS (-0,9%), die Verluste bei Geberit (-0,3%) oder Richemont (-0,1%) auf den weiteren Plätzen des Schlusslichtpodiums sind vergleichsweise gering.

Im breiten Markt fallen Idorsia mit einem guten Gewinn von 5,4 Prozent auf. Das Biotech-Unternehmen hatte am Morgen einen Forschungserfolg mit seinem Wirkstoff Daridorexant gemeldet.

cf/cg