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Swiss Re profitiert von tiefen Schäden aus Naturkatastrophen

(Zusammenfassung)

Zürich (awp) - Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal von tiefen Grossschäden aus Naturkatastrophen profitiert und einen deutlich höheren Gewinn geschrieben. Bei der Erneuerung von Verträgen bekam der Finanzkonzern allerdings den anhaltenden Preisdruck zu spüren.

Von Januar bis März 2026 resultierte ein Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar, was einem Anstieg um knapp 20 Prozent entsprach, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Damit hat Swiss Re im Startquartal bereits einen Drittel seines für 2026 angepeilten Jahresgewinns von 4,5 Milliarden eingenommen.

Deutlicher Schaden-Rückgang

Die Ansprüche aus Grossschäden wegen Naturkatastrophen beliefen sich in der grössten Sparte Sach- und Haftpflichtrückversicherung (P&C Re) auf 133 Millionen Dollar. Stärkster Treiber war dabei der Sturm Kristin, der im Januar in Portugal auf Land traf.

Im Vorjahresquartal hatte Swiss Re noch Grossschäden von 570 Millionen Dollar verbucht, der grösste Teil war dabei auf die verheerenden Waldbrände in Los Angeles entfallen. Entsprechend verbesserte sich der Schaden-Kosten-Satz der Sparte P&C Re sehr deutlich auf 79,5 Prozent (VJ 86,0 Prozent).

Keine Schadenansprüche aus Iran-Krieg

Keinen direkten Einfluss hatte dagegen der Nahostkonflikt: "Wir hatten im ersten Quartal keinerlei Ansprüche aus dem Krieg", betonte Finanzchef Anders Malmström an einer Medienkonferenz. Denn Schäden aus Kriegen seien in den Versicherungsverträgen ausdrücklich ausgeschlossen.

Zu spüren bekomme der Rückversicherer die kriegerischen Ereignisse alllerdings durch "sekundäre Effekte", sagte Malmström. Mit den Unterbrüchen in den Lieferketten und den steigenden Energiepreisen dürfte es nicht zuletzt zu einem Anstieg der Inflation kommen: "Das wird für uns der grösste Einfluss aus dem Nahostkonflikt."

Der Rückversicherer habe nun im Hinblick auf die "geopolitischen Turbulenzen" Rückstellungen von insgesamt 400 Millionen Dollar getätigt, so der Finanzchef.

Weitere Preisrückgänge

Bei den Vertragserneuerungen per Anfang April, in der jeweils die Region Asien-Pazifik im Fokus steht, setzten sich derweil die bereits im Januar beobachteten Preisrückgange fort. Der Rückversicherer erneuerte Verträge mit einem Prämienvolumen von 2,3 Milliarden Dollar, wobei die Preise nominal um 2,5 Prozent tiefer ausfielen.

Gleichzeitig erhöhte Swiss Re aber auch die Schadenannahmen um 3,6 Prozent: Unter dem Strich ergab sich damit ein Nettopreisrückgang von 6,1 Prozent.

Lebengeschäft neu positioniert

Deutlich stärker präsentierte sich das Lebengeschäft (L&H Re), wo ein Gewinn von 491 Millionen Dollar (VJ 439 Mio) resultierte. Dabei profitierte der Rückversicherer auch von einer positiven Entwicklung bei den Versicherungsansprüchen in den USA - dies aufgrund einer günstigen Sterblichkeitsentwicklung.

Die Resultate würden aber auch die Repositionierung der Sparte zeigen, betonte Finanzchef Malmström. Swiss Re hatte im vergangenen Jahr das Portfolio bereinigt und war dabei aus diversen Geschäften etwa in Australien, Israel und Südkorea ausgestiegen.

Aktienkurs sinkt deutlich

Am Aktienmarkt wurde das Quartalsergebnis insgesamt kritisch aufgenommen: Am Mittag war die Swiss Re Aktie mit einem Rückgang um 3,5 Prozent in einem insgesamt leicht rückläufigen Gesamtmarkt klar schwächster Bluechip.

Der Rückversicherer übertraf zwar mit dem Quartalsgewinn wie auch mit den Ergebnissen der einzelnen Sparten die Erwartungen am Markt klar. Analysten verwiesen aber auf die klaren Preisrückgänge bei den Vertragserneuerungen, die auf der Umsatzentwicklung und der Profitabilität des Neugeschäfts lasten würden.

tp/uh