Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Freitag zum Wochenausklang mit Verlusten erwartet. Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Strasse von Hormus hat das US-Militär als Vergeltungsmassnahme Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Damit wackelt die ohnehin fragile Waffenruhe. An der Wall Street hatten die Kurse bereits angesichts wieder steigender Ölpreise nachgegeben und auch die Börsen in Asien zeigten sich schwach.
"Derzeit kann man nicht sagen, wie sich die Situation weiter entwickelt, aber die vergangenen zwei Monate sind nicht gerade ermutigend", sagte eine Börsianerin am Morgen. Hinzu komme, dass der Freitag immer ein kritischer Tag sei, da zuletzt viele richtungsweisende Entscheidungen der USA über das Wochenende verkündet wurden. Anleger betrieben daher wohl im heutigen Handel Schadensbegrenzung. Auch im Zollstreit mit der EU goss US-Präsident Donald Trump erneut Öl ins Feuer, während ein Gericht seinen weltweiten 10-Prozent-Zoll kippte. In dieser Gemengelage steht am Nachmittag zudem der US-Arbeitsmarktbericht für den April auf der Agenda.
Für den Schweizer Aktienmarkt berechnet die Bank Julius Bär den SMI um 8.10 Uhr 0,61 Prozent tiefer bei 13'055 Punkten. Damit könnte die psychologisch wichtige Marke von 13'000 Punkten wieder in den Blick rücken. Bereits am Vortag hatte der SMI mehr als 1 Prozent verloren.
Im Fokus stehen hierzulande Lonza (+0,9%) mit Eckdaten zum ersten Quartal. Der Pharmazulieferer ist stark ins laufende Jahr gestartet und bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr.
Für den Versicherer Swiss Life (-2,0%) könnte es nach einer Abstufung auf "Sell" durch die UBS abwärts gehen. Derweil startet Logitech (-1,2%) sein bereits angekündigtes Aktienrückkaufprogramm. Kühne+Nagel (-4,1% bzw. -7,25 Fr.) werden ex Dividende von 6,00 Franken gehandelt.
In der zweiten Reihe rücken Clariant (-2,2%) ebenfalls nach Quartalszahlen in den Blick. Der Spezialchemiekonzern hat sowohl einen tieferen Umsatz als auch einen Rückgang bei der Marge vermeldet. Der Nahost-Konflikt wirkte sich negativ auf das Katalysatoren-Geschäft aus, hinzu kamen stark negative Währungseffekte.
Landis+Gyr (-3,1%) ist 2025/26 im fortgeführten Geschäft gewachsen, auch die um Sonderfaktoren bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich. Durch die Belastung aus dem nicht-fortgeführten Geschäft stand unter dem Strich aber ein höherer Verlust als erwartet.
Bei AMS Osram (-1,1%) kommt es trotz des fulminanten Kurssprungs vom Vortag um fast 30 Prozent vorbörslich nur zu kleinen Gewinnmitnahmen. Analystenkommentare stützen den Kurs. So hat JPMorgan die Titel auf "Neutral" hochgestuft und die UBS erhöhte das Kursziel.
dm/to