PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Europas Aktienmärkte haben am Freitag einen Rücksetzer erlitten. Damit folgten sie den schwachen Vorgaben aus Asien, wo es angesichts der wieder gestiegenen Ölpreise zu Verlusten gekommen war. Die hohen Preise heizten Inflationssorgen an, die sich in steigenden Anleiherenditen widerspiegelten.
Kommende Woche stehen ausserdem eine Reihe wichtiger konjunktureller Frühindikatoren an. "Solange die Strasse von Hormus nicht wirklich nachhaltig geöffnet wird, dürften die Frühindikatoren weiter südwärts tendieren", warnte Robert Greil von Chefstratege von Merck Finck.
Der EuroStoxx 50 sank zur Mittagszeit um 1,86 Prozent auf 5.824,33 Punkte. Ausserhalb der Eurozone tendierte der defensiv aufgestellte schweizerische SMI kaum verändert, während der britische FTSE 100 um 1,42 Prozent auf 10.225,55 Punkte nachgab.
Angesichts der auslaufenden Berichtssaison fehlten Impulse von Unternehmensseite. Gefragt waren in dem unsicheren Markt Pharma- und Nahrungsmittelwerte, die sich mit leichten Gewinnen gegen die Abwärtsbewegung stemmten. Damit hielten sich Anleger an defensive, weniger konjunktursensible Branchen. So gewannen Novartis 0,7 Prozent und Nestle 0,9 Prozent.
Unter Druck standen dagegen von der Konjunktur und der Zinsentwicklung abhängige Sektoren. Die energieintesiven Stahlwerte schwächelten dabei auffallend stark. So verloren ArcelorMittal 4,6 Prozent. Die gleichfalls von den Energiepreisen bestimmten Baustoffwerte gaben ebenfalls deutlich nach. Holcim etwa sackten um 3,9 Prozent ab.
Auch Technologiewerte schwächelten. Sie folgten damit Verkäufen in Fernost, wo die Nachhaltigkeit des Booms im Bereich der Künstlichen Intelligenz hinterfragt worden war. Auch die soliden Zahlen des Halbleiterausrüsters Applied Materials boten dem Sektor keine Unterstützung. ASML sanken um 4,7 Prozent. Allerdings befindet sich die Aktie nach Rekorden im laufenden Monat noch immer auf hohem Niveau./mf/jha/