St. Gallen (awp) - Sportradar sieht sich in den USA mit einer von der Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld (BFA) im Namen von Anlegern eingereichten Sammelklage gegen das Unternehmen und einzelne Führungskräfte konfrontiert. Die Klage wirft dem an der Nasdaq kotierten Ostschweizer Unternehmen Verstösse gegen US-Wertpapiergesetze im Zusammenhang mit angeblichen Geschäften mit illegalen Wettanbietern vor.
Die Anklageschrift wurde Anfang dieser Woche beim Bundesgericht des Southern District of New York eingereicht und firmiert unter dem Namen "Smale v. Sportradar Group AG", wie BFA am Freitag mitteilte. Anleger können sich bis zum 17. Juli 2026 als Hauptkläger melden.
Den Vorwürfen zufolge soll Sportradar entgegen früheren Aussagen in erheblichem Umfang Geschäfte mit illegalen oder nicht regulierten Wettanbietern gemacht haben. Die Kläger stützen sich dabei gemäss Mitteilung unter anderem auf Berichte der Research-Häuser Muddy Waters und Callisto Research vom 22. April 2026.
Die Berichte hatten Sportradar vorgeworfen, ein bedeutender Teil der Umsätze stamme aus sogenannten "black and grey markets", also aus illegalen oder nur teilweise regulierten Glücksspielmärkten. In der Folge brach die Aktie am 22. April um rund 23 Prozent ein.
Eine Anfrage der Nachrichtenagentur AWP zu dem Sachverhalt blieb bisher vom Unternehmen unbeantwortet.
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