Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Donnerstag im Minus erwartet. Dafür sorge eine Mischung aus schlechten News aus Nahost und genereller Zurückhaltung im Vorfeld des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB), meinen Händler. Ausserdem erfüllte der US-Techriese Oracle am Vorabend mit seinen Zahlen die Erwartungen nur teilweise, was die Tech- und KI-Euphorie vieler Investoren zusätzlich dämpfen könnte. Die Nasdaq hatte schon davor deutlich Federn lassen müssen.
Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge gegenseitig heftig beschossen. Der Konflikt hat sich damit trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe hochgeschaukelt. Ausserdem gab es neue gegenseitige Drohungen. Sollte Teheran kein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges unterzeichnen, "werden wir sie in Grund und Boden bomben", sagte US-Präsident Donald Trump etwa gegenüber Fox-News. Der Ölpreis stieg in der Folge zeitweise in den Bereich von 95 US-Dollar pro Fass.
Beim anstehenden EZB-Entscheid gilt es als ausgemachte Sache, dass der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben wird. Gespannt warten die Märkte aber auf Signale für das weitere Vorgehen der Euro-Währungshüter. "Ein zentraler Punkt ist die Frage, ob die Anhebung präventiver Natur ist oder den Auftakt eines neuen Straffungszyklus markiert", meint ein Ökonom.
Alle SMI-Titel im Minus
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI gegen 08.10 Uhr 0,36 Prozent tiefer bei 13'415,00 Punkten. Der Schweizer Leitindex hatte am Vortag um deutliche 0,80 Prozent zugelegt und sich damit nicht zuletzt dank starker Schwergewichte besser als die meisten grossen europäischen Märkte geschlagen.
Nun sind vorbörslich alle Blue Chips im Minus, wobei die Ausschläge mit -0,2 (Swiss Re) bis -1,3% (Amrize) allerdings nicht sehr gross sind.
News gibt es zu den beiden Pharma-Schwergewichten Roche und Novartis (je -0,3). Roche meldete ein Update zu einem Zulassungsantrag, Novartis einen Studienerfolg.
Trotz seiner defensiven Qualitäten haben sich die Swisscom-Papiere (-1,1%) vorbörslich bei den grössten Verlierern eingereiht. Morgan Stanley hat eine heftige Verkaufsempfehlung ausgesprochen.
Auch am breiten Markt könnten Analystenkommentare für Bewegung sorgen. So dürften Rieter (-2,7%) nach einer Kurszielsenkung durch die UBS-Experten einen schweren Stand haben. Das gleiche gilt für Interroll, wo Kepler Cheuvreux das Rating auf 'Reduce' gesenkt und das Kursziel zusammengestrichen hat.
Positive Nachrichten gibt es am breiten Markt hingegen bei Cosmo, dessen Akne-Creme in ausgewählten EU-Märkten lanciert wird (+1,7%).
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