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DocMorris kündigt Stellenabbau infolge von "AI-First"-Strategie an

(Sprecherangaben zu Anzahl und Art der Stellen ergänzt)

Steckborn (awp) - DocMorris beschleunigt die Umsetzung ihrer "AI-First"-Strategie und baut im Zuge von Automatisierungen und Prozessoptimierungen gruppenweit rund 100 Vollzeitstellen ab. Die jährlich wiederkehrenden Kosteneinsparungen sollen sich voll umgesetzt ab Ende 2027 auf mindestens 15 Millionen Franken pro Jahr belaufen, wie die Thurgauer Gruppe am Donnerstag mitteilte.

Für die Umsetzung fallen im zweiten Quartal 2026 einmalige Kosten von 5 Millionen Franken an. Die Effizienzverbesserungen sollen laut Unternehmen dann im zweiten Halbjahr 2026 einen positiven Effekt auf das bereinigte operative Ergebnis haben. Die Einsparungen sollen zu 100 Prozent Cashflow-wirksam und zu einem Grossteil EBITDA-wirksam sein.

Mit dem verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz will DocMorris Arbeitsprozesse in sämtlichen Unternehmensbereichen automatisieren und gleichzeitig Kapazitäten für kundennahe Services und Innovationen freisetzen. Betroffen sind laut einem Sprecher vor allem Standardprozesse in der Softwareprogrammierung und -wartung, kreative und planerische Aufgaben im Marketing sowie die abteilungsübergreifende Analyse umfangreicher Dokumente und grosser Datenmengen.

Ende 2025 beschäftigte DocMorris 1418 Mitarbeitende (FTE) in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Portugal und der Schweiz. Davon sind 100 bereits von der Schliessung des Standorts Ludwigshafen per Ende Juni betroffen. Der angekündigte Abbau von rund 100 Vollzeitstellen infolge der KI-Strategie kommt nun noch hinzu.

Beschleunigung bei rezeptpflichtigen Medikamenten

CEO Walter Hess bezeichnete die Massnahmen zusammen mit der kürzlich abgeschlossenen Konzentration auf den Logistikstandort Heerlen als weiteren Schritt zur Steigerung der Profitabilität.

Das DocMorris-Management möchte im laufenden Jahr beim bereinigten EBITDA die Gewinnschwelle überschreiten, für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen aber weiterhin ein Minus von 10 bis 25 Millionen Franken in Aussicht. Das Ziel hatte das Management zuletzt Mitte April anlässlich der Umsatzzahlen zum ersten Quartal bestätigt und sich dabei "gut im Plan" gesehen. Der Free Cashflow soll dann im kommenden Jahr 2027 positiv werden.

In der aktuellen Mitteilung hält DocMorris zudem fest, dass sich die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten weiter beschleunigt hat. Insbesondere gelte dies für rezeptpflichtige Medikamente und digitale Services.

Details dazu will die Online-Apotheke am 15. Juli im Rahmen eines Trading Updates veröffentlichen. Das Halbjahresergebnis und eine aktualisierte Guidance für 2026 sollen am 19. August kommuniziert werden. Ein Capital Markets Day ist zudem für den 12. November 2026 im niederländischen Heerlen geplant.

jl/hr/ls