Bern (awp/sda) - Wegen der anhaltenden Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr, während die Wasserstände in Flüssen und Seen sinken. Verschiedene Kantone haben Feuerverbote erlassen. Gleichzeitig wurden regionale Schutzmassnahmen für Fische verfügt.
Auf der Waldbrandgefahrenkarte des Bundesamts für Meteorologie und und Klimatologie (Meteoschweiz) ist praktisch die gesamte Schweiz der Lage 4 von 5 für "grosse Gefahr" zugeordnet worden. Für das Rhonetal im Wallis gilt gar die höchste Stufe 5 für "sehr grosse Gefahr".
In Les Roche-de-Moron im Neuenburger Jura war am Mittwoch ein Waldbrand ausgebrochen, der inzwischen unter Kontrolle gebracht werden konnte, wie die Neuenburger Kantonspolizei am Freitag mitteilte.
Entsprechend haben verschiedene Kantone umfassende Feuerverbote erlassen. In den Kanton Basel-Stadt und Zürich gelten seit Freitagmittag ein bedingtes Feuerverbot. Dieses gilt bis auf Widerruf im Wald und bis zu einem Mindestabstand von 50 Metern zum Waldrand.
Die Einschränkung im Kanton Zürich gilt ausdrücklich auch für bereits eingerichtete, offizielle Grillplätze und für Holzkohlegrills. Einzig Gas- und Elektrogrills dürfen unter grosser Vorsicht und auf feuerfestem Untergrund weiterhin benutzt werden.
Feuerverbote wurden auch in den Kantonen Graubünden, Aargau, Glarus und Luzern sowie den beiden Appenzell erlassen.
Auf ein absolutes Feuerverbot verzichteten vorerst die Kantone Bern und St. Gallen. Sie empfehlen aber, auf Feuer im Freien zu verzichten.
Hohe Wassertemperaturen gefährden Fische
Der Schweizerische Fischerei-Verband sieht wegen der Trockenheit und den hohen Wassertemperaturen an vielen Orten den Fischbestand in Gefahr. Noch nie habe man bereits Ende Juni vor einer derart angespannten Situation gestanden, schreibt er in einer Medienmitteilung vom Freitag. Viele Gewässer hätten ihre Reserven schon vor Beginn des Hochsommers aufgebraucht.
Im Kanton Bern sind in diesem Sommer bereits rund 16'000 Fische aus austrocknenden Gewässern gerettet worden. Das teilte die bernische Umweltdirektion am Freitag mit.
Das Fischereiinspektorat habe die Tiere zusammen mit Fischereivereinen und Pächtern auf einer Gesamtlänge von 27 Kilometern in Bächen geborgen. Die Fische seien anschliessend in geeigneten Abschnitten wieder ausgesetzt worden.
Der Kanton Bern rief die Bevölkerung am Freitag zu besonderer Rücksichtnahme auf Fische in der Aare und in Bächen auf. In den beiden Basel wurden deswegen auf verschiedenen Abschnitte der Flüsse Birs, Ergolz und Wiese bis auf Widerruf Bade- und Fischereiverbote erlassen.
Die Schifffahrt auf dem jurassischen Abschnitt des Doubs ist seit mehreren Tagen aufgrund der geringen Wasserführung des Flusses verboten. Diese von den kantonalen Behörden getroffene Massnahme soll dazu beitragen, die Lebensbedingungen der durch die hohen Wassertemperaturen bedrohten Wasserfauna zu erhalten.
Hohe Trockenheit in der gesamten Schweiz
Die sehr hohen Temperaturen und das Niederschlagsdefizit trocknen nördlich der Alpen und im Wallis auch die Böden im extremen Ausmass aus. Die Situation wird sich trotz der prognostizierten Niederschläge in der kommenden Woche kaum entschärfen, wie aus dem Bulletin der Nationalen Trockenheitsplattform vom Donnerstag hervorgeht.
Im Bulletin wird davon ausgegangen, dass sich die Situation nach einer leichten Beruhigung in der Kommenden Woche erneut verschärfen wird. Gerechnet wird mit weiteren Niederschlagsdefiziten über Zeiträume von 30 bis 90 Tagen.
mk/