Newsticker

Swatch-Aktie nach Halbjahreszahlen unter Druck

Zürich (awp) - Die Aktien der Swatch Group sind am Dienstag nach der Vorlage der Halbjahreszahlen tiefer in den Handel gestartet. Der Uhrenkonzern konnte zwar den Umsatz in Lokalwährungen gut steigern, mit den Ergebnissen wurden die Analystenvorgaben dagegen klar verfehlt.

Gegen 09.30 Uhr büssen die Inhaberpapiere der Swatch Group an der Schweizer Börse 2,8 Prozent auf 197,35 Franken ein, nachdem sie seit Monatsbeginn zulegen konnten. Die Titel des erfolgreichen Branchennachbars Richemont und der Gesamtmarkt (SPI) geben derzeit um jeweils 0,2 Prozent nach.

"Starkes Wachstum, schwache Margen", so fasst Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy den Zahlenausweis zusammen. Schliesslich wuchs der Umsatz um Währungseffekte bereinigt mit 8,5 Prozent deutlich schneller als die von Analysten (AWP-Konsens) erwarteten 5,7 Prozent. Beim Betriebsgewinn (EBIT) von 52 Millionen wurden die Vorgaben (131 Mio) dagegen klar verfehlt.

Was die Profitabilität angehe, belaste das schwache Abschneiden im Produktionsbereich die Rechnung weiter, hält Bertschy fest. Eine Fortsetzung in der ab Mai gesehenen Beschleunigung des Wachstums sei nun dringend nötig, um die Rentabilität wiederherzustellen.

Die Swatch Group habe ein gutes Umsatzwachstum erzielt, allerdings habe sich die Profitabilität weiter verschlechtert, resümiert Gian Marco Werro von der ZKB. Was für die Entwicklung bis zum Jahresende spreche, seien der Umsatzanstieg von 13 Prozent in Lokalwährungen im Mai und Juni sowie eine operative Marge in diesen Monaten von 8,6 Prozent. Zum Vergleich: Im gesamten ersten Halbjahr schrumpfte die EBIT-Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent.

Eine gute Umsatzwachstumsdynamik sei essenziell, um die Kapazitätsauslastung der eigenen Produktionsstätten zu erhöhen und um einen spürbaren operativen Hebel für eine bessere Profitabilität frei setzen zu können, so Werro weiter. Der beibehaltene operative Kostenblock bleibe aber eine grosse Hürde für die kurzfristige Profitabilität.

Das starke Topline-Wachstum bei Swatch werde von der schwachen Margenentwicklung ausgebremst, heisst es auch im Kommentar der Royal Bank of Canada (RBC). Und "Sales beat, EBIT miss", lautet die Überschrift bei Barclays. Immerhin würden beim Ausblick zur zweiten Jahreshälfte positive Töne angeschlagen, so der Barclays-Analyst weiter. Die Frankenschwäche bleibe aber ein grosses Problem.

Das positive Momentum im Handel mit Schweizer Uhren zeigt sich auch in den Exportdaten für den Monat Juni. Die Schweizer Uhrenexporte kletterten gegenüber dem Vorjahresmonat um 11 Prozent in die Höhe. Dabei handelt es sich allerdings um eine Momentaufnahme. In der ersten Jahreshälfte liegen die Exporte mit 0,7 Prozent nach wie vor leicht im Minus.

mk/uh