Newsticker

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax tritt auf der Stelle - Iran-Lage unklar

FRANKFURT (awp international) - Trotz des nach wie vor ungelösten Krieges zwischen den USA und dem Iran hat sich der Dax auch am Dienstag recht stabil gehalten. Im frühen Handel stagnierte der deutsche Leitindex nahezu bei 24.846 Punkten, nachdem er zu Wochenbeginn geringfügig zugelegt hatte.

Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es am Dienstagvormittag um 0,3 Prozent auf 31.588 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,3 Prozent.

Aktuell bemühen sich zwar die Vermittler im Nahost-Krieg Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, allerdings dauern die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten an.

"Die Anleger suchen derzeit nach Leitplanken für ihre Entscheidungen", schrieb Analyst Timo Emden von Emden Research. Doch zwischen Friedenssignalen und neuen militärischen Eskalationen verschöben sich diese Orientierungspunkte beinahe täglich.

Für Investoren ist der geopolitische Kompass Emden zufolge derzeit schwer abzulesen. Solange unklar bleibe, ob Diplomatie oder weitere Kampfhandlungen im Iran-Krieg die Oberhand gewinnen, dürfte Vorsicht das dominierende Anlagemotiv bleiben. Starke US-Unternehmenszahlen könnten zwar den Blick der Märkte vorübergehend auf fundamentale Daten lenken. Doch die geopolitische Unsicherheit dürfte das Grundrauschen bleiben, das jede Erholung jederzeit wieder überlagern kann.

An den asiatischen Börsen sorgte die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten für Rückenwind. In Seoul legten KI- und Halbleiteraktien wieder zu, die zuletzt in grossem Stil verkauft worden waren. Davon probierten auch Branchenwerte hierzulande. So stiegen die Anteilsscheine von Infineon an der Dax-Spitze um knapp zwei Prozent. Im Nebenwerteindex SDax hatten die Papiere von LPKF mit einem Plus von fast vier Prozent die Nase vorn.

Als Schlusslicht im SDax sackten die Papiere von Jungheinrich um fast vier Prozent ab. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hatte eine Prüfung des Halbjahresabschlusses 2025 des Gabelstaplerherstellers eingeleitet. Es lägen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass das Unternehmen gegen Rechnungslegungsvorschriften verstossen hat. Bei der Prüfung gehe es ausschliesslich darum, wann Jungheinrich eine bestimmte Wertminderung hätte erfassen müssen, betonte das Unternehmen selbst indes. Der Konzern habe die Wertminderung im Juli 2025 vollständig erfasst. Umsatz und Ergebnis im Konzernabschluss der Geschäftsjahre 2025 und 2026 seien von der Prüfung nicht betroffen.

Unter den schwächsten Werten im Dax fielen die zuletzt stark gelaufenen Aktien der Munich Re um 1,7 Prozent. Finanzchef Andrew Buchanan sagte in einem Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" mit Blick auf die Rückversicherung: "Im Rahmen der Arbeiten für den Halbjahresabschluss werden wir sehr genau auf das Geschäft in der Pipeline für das dritte und vierte Quartal schauen. Daraus wird sich ergeben, welche Prognose wir dem Markt geben."

Munich Re scheine also seine Prognosen für die Schaden- und Unfallrückversicherung zu hinterfragen, sagte ein Händler. Allerdings überrasche das nur bedingt, nachdem es vom Unternehmen schon im Mai geheissen habe, dass es anspruchsvoller werde, das Umsatzziel in der Rückversicherung zu erreichen./la/mis