PARIS (awp international) - Beim französischen Luxuskonzern Hermes haben sich die Geschäfte nach einem schwachen Jahresstart zuletzt belebt. Der Erlös kletterte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 4,8 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro, wie das EuroStoxx-50-Schwergewicht am Mittwoch in Paris mitteilte. Bereinigt um die Folgen des starken Euro betrug das Plus 6,7 Prozent, Analysten hatten mit etwas weniger Zuwachs gerechnet.
In den drei Monaten bis Ende Juni profitierte der Hersteller von einer Erholung im französischen Heimatmarkt, einem beliebten Reiseziel von Touristen. Getragen wurde das Wachstum vor allem von einem kräftigen Zuwachs in Nord- und Südamerika. Der Konflikt im Nahen Osten belastete zwar auch Hermes weiter, und der Umsatz dort ging erneut zurück - allerdings nicht mehr so stark wie noch im Vorquartal. Diese Region habe "in einem instabilen geopolitischen Umfeld bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt", erklärte das Unternehmen.
Für das erste Halbjahr ergibt sich damit ein Umsatzplus von 1,6 Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn stieg um mehr als 40 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro.
Insgesamt verkraftete Hermes den Nachfragerückgang im gesamten Luxusgütermarkt bisher besser als Wettbewerber. Grund sind vor allem das auf gezielter Verknappung basierende Geschäftsmodell. Für die Produkte des Luxusanbieters gibt es oft langen Wartelisten, insbesondere für die begehrten Kelly- und Birkin-Handtaschen./tav/mis