Zürich (awp) - Die Schweizer Börse dürfte am Dienstag kaum verändert in den Handel starten. Belastend wirken die erneute Eskalation im Nahen Osten, steigende Ölpreise sowie die jüngsten Sorgen rund um den KI-Sektor. Zugleich dürften sich viele Anleger vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch zurückhalten.
Für Nervosität sorgen neue Spannungen rund um die Strasse von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten, ein Öltanker sei auf eine Seemine gefahren und in Flammen aufgegangen. Das US-Militär widersprach dieser Darstellung. Zugleich verschärfen neue Angriffe auf Saudi-Arabien und die Schliessung der wichtigen Ost-West-Pipeline die Sorgen um die Energieversorgung. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent stieg auf mehr als 107 US-Dollar je Fass.
Auch von den Anleihemärkten kommt Gegenwind. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg bis auf 5,025 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Dies erhöhe insbesondere den Druck auf hoch bewertete Wachstumswerte und Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf, heisst es in einem Marktkommentar.
Im Fokus bleibt zudem der Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch. Am Markt wird überwiegend mit einer Anhebung um 25 Basispunkte gerechnet. Der derzeitige Inflationsdruck werde allerdings vor allem von höheren Energie-, Fracht- und Raffineriekosten getrieben, merkt ein Marktbeobachter an. Diese liessen sich mit höheren Leitzinsen nur begrenzt dämpfen.
Alle Bluechips im Plus
Der SMI legt gegen 08.10 Uhr im vorbörslichen Handel von Julius Bär um 0,08 Prozent auf 13'890 Punkte zu. Sämtliche 20 SMI-Werte notieren leicht im Plus, wobei die meisten Titel lediglich um knapp 0,1 Prozent zulegen. Bereits am Montag hatte der Leitindex, gestützt von den defensiven Schwergewichten, 0,75 Prozent gewonnen.
Auch in den hinteren Reihen überwiegen die positiven Vorzeichen. Besonders gefragt sind Medacta (+2,5%) und AMS-Osram (+2,2%). Deutlich unter Druck stehen dagegen Sensirion (-5,1%) und Interroll (-3,9%). Dätwyler (-0,9%) werden von einer Kurszielsenkung belastet.
Bei SMG (unv.) kommt es derweil zu Verschiebungen im Aktionariat. Die Mobiliar hat ihre Beteiligung deutlich reduziert, während die TX Group ihren Anteil im Zuge der Transaktion erhöht hat.
Ein Augenmerk gilt zudem den "KI-Aktien", die zum Wochenauftakt weltweit stark unter Druck geraten waren. Vorbörslich zeichnet sich in diesem Bereich allerdings keine klare Tendenz ab. Eine langsamere Entwicklung neuer Spitzenmodelle könnte die Investitionen in Rechenzentren, Chips und Infrastruktur bremsen, schreibt Swissquote. Gleichzeitig könnten grosse Technologiekonzerne profitieren, wenn sie bestehende KI-Angebote stärker monetarisieren und weniger aggressiv investieren müssten.
an/to