Basel (awp) - Helvetia Baloise veröffentlicht am Donnerstag 17. September die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026. Der Ende 2025 fusionierte Versicherungskonzern wird dabei erstmals konsolidierte Zahlen für die Gruppe ausweisen. Im Fokus der Analysten stehen Angaben zur Gewinnentwicklung und zu der Zusammenführung der beiden Traditionsunternehmen.
Die erstmalige Zahlenvorlage der Helvetia Baloise als fusionierter Konzern erschwert es Analysten, im Vorfeld dazu konkrete Schätzungen zum Halbjahresabschluss abzugeben.
Wie setzt sich der neue Konzern zusammen?
Am 5. Dezember 2025 haben sich Helvetia und Baloise offiziell zusammengeschlossen. Entstanden ist die Helvetia Baloise Holding mit rund 22'000 Mitarbeitenden, einem kombinierten Geschäftsvolumen von 19,8 Milliarden Franken für 2025, einem dem Geschäft zugrunde liegenden Jahresgewinn von 1,03 Milliarden (Underlying Profit) und einem Eigenkapital von 13,8 Milliarden.
An der Spitze des Konzerns mit Sitz in Basel steht der frühere Helvetia-Chef Fabian Rupprecht als CEO, während der ehemalige Baloise-Präsident Thomas von Planta dem Verwaltungsrat vorsteht. Vom Schulterschluss versprechen sich Rupprecht und von Planta eine stärkere Marktposition, ein profitableres Geschäft und attraktive Dividenden.
Wie weit ist die Fusion fortgeschritten?
Fabian Rupprecht und sein Team treiben die Integration der beiden fusionierten Versicherer voran. Dabei stehen im laufenden Jahr unter anderem die Marktintegration und der gemeinsame Auftritt im Fokus. Anfang Juli wurden dazu die gewichtigen Schweizer Gesellschaften zusammengelegt und im Heimmarkt die ersten gemeinsamen Produkte lanciert.
Zudem setzte der Konzern den neuen Markenauftritt um, der sich aus dem Namen Helvetia und den Farben, der Schrift und dem Markenzeichen der Baloise zusammensetzt. Auf der To-do-Liste stehen auch noch die Zusammenführung der IT sowie von Systemen und Prozessen. Zudem werden die ausländischen Einheiten, etwa Deutschland, Schritt für Schritt zusammengelegt.
Wie viele Stellen fallen zum Opfer?
Primäres Ziel der Fusion ist nicht Grösse, vielmehr stehen die Profitabilität und eine attraktive Ausschüttungspolitik im Zentrum. Wie bereits anlässlich der im Frühjahr 2025 gemachten Fusionsankündigung geht die Gruppe davon aus, dass im Zuge des Zusammenschlusses ein Synergiepotenzial von 350 Millionen Franken erschlossen werden kann.
Rechnet man jene Spar- und Effizienzmassnahmen hinzu, die von den Versicherern bereits vor dem Fusionsvorhaben angestossen worden sind, dann ergibt sich sogar ein Synergiepotenzial in Höhe von rund 650 Millionen Franken. Bis Ende 2028 sollen davon 90 Prozent erreicht werden.
Im Rahmen der Fusion gehen Stellen verloren: Laut den ursprünglichen Plänen sollen konzernweit bis zu 2600 Vollzeitstellen wegfallen, wovon bis Ende März 2026 bereits 1100 abgebaut worden sind. In der Schweiz (inklusive Konzernsitz) beläuft sich der geplante Stellenabbau auf 1400 bis 1800 Vollzeitstellen.
Wo könnte der Halbjahresgewinn in etwa liegen?
Die Helvetia Baloise legt den Fokus anlässlich der Zahlenpräsentation vor allem auch auf den Underlying Profit, der Sondereffekte insbesondere zur Fusion ausklammert. Dazu haben einige Analysten Schätzungen gemacht. Die ZKB erwartet einen Underlying Profit von 566,3 Millionen Franken, die Bank Vontobel rechnet mit 592,0 Millionen.
Ein gewichtiger Teil bei den Sondereffekten zur Fusion sind etwa Abschreibungen, die Helvetia Baloise auf den immateriellen Vermögenswerten (u.a. Baloise-Markenrechte) vornimmt. Für das Gesamtjahr 2026 sind dazu gut 1 Milliarde Franken nach Steuern vorgesehen, wovon ein noch unbestimmter Teil in der ersten Jahreshälfte verbucht wird.
Wie gross ist das Kurspotenzial?
An der Börse steht die Aktie der Helvetia Baloise seit Jahresbeginn leicht im Plus. Analysten sehen weiteres Potenzial für die Titel, sofern es der Gruppe gelingt, die Synergieziele zu erreichen und das Dividendensprechen einzulösen. In den Jahren 2026 bis 2028 sollen 2,8 Milliarden Franken an Dividenden ausgeschüttet werden. Und im Jahr 2029 soll je Aktie die Dividende um mehr als 50 Prozent über dem 2025-Niveau liegen.
Gemäss AWP-Analyser bewerten Analysten den Titel folgendermassen:
Kaufen: 6 Halten: 3 Verkaufen: 1 Durchschnittliches Kursziel: 235,38 Franken
Ausgewählte Analystenstimme zu Helvetia Baloise (im Originalwortlaut):
VONTOBEL (Matteo Lindauer): Helvetia Baloise is positioning itself as a dividend investment case, with a FY29E dividend growth target of >50% vs. FY25, yielding >5%. The investment case is anchored in management's ability to deliver on its newly announced financial targets through 2028. 1H26 results will provide initial insights into the integration progress and synergy realization. HOLD
ZKB (Georg Marti): Unser Investment-Case basiert darauf, dass Helvetia Baloise ihre Synergieziele erreicht, wovon wir trotz einer gewissen Schätzun sicherheit betreffend 1H26 ausgehen. Wir ermitteln einen fairen Aktienwert von CHF 245 (CoE 6.0%, normal. adj. ROE 6.2%, P/B-Multi plikator 1.033x). ÜBERGEWICHTEN
Homepage: www.helvetia-baloise.com
hs/mk/jl