Zürich (awp) - ABB will vom stark steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren profitieren. Der Technologiekonzern bringt dazu unter dem Namen Infinitus ein neues Portfolio für die Stromversorgung mit Gleichstrom auf den Markt, wie er am Montag mitteilte. Es deckt den Weg vom Stromnetz bis zu den Servern ab.
Hintergrund ist der enorme Energiehunger leistungsfähiger KI-Chips. Laut ABB könnten künftige Systeme pro Server-Rack eine Leistung von mindestens einem Megawatt benötigen. Heute seien es knapp 200 Kilowatt. Gleichzeitig dürfte sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren laut der Internationalen Energieagentur bis 2030 mehr als verdoppeln.
ABB setzt deshalb auf eine Stromversorgung mit 800 Volt Gleichstrom. Dadurch sind laut dem Konzern weniger Umwandlungsschritte nötig als bei herkömmlichen Wechselstromsystemen. Das soll den Angaben zufolge Energieverluste und den Platzbedarf verringern.
ABB beziffert die mögliche Effizienzsteigerung auf mehr als 5 Prozent. Bei einem grossen Rechenzentrum mit 500 Megawatt Leistung könnten dadurch zusätzlich 25 Megawatt für die eigentliche Rechenleistung zur Verfügung stehen.
Für ABB eröffnet sich damit laut eigenen Angaben ein wachsender Absatzmarkt für Transformatoren, Stromverteilung, Schutztechnik und Kühlsysteme. Das Unternehmen schätzt, dass bis 2030 rund 25 bis 40 Prozent der neu installierten Rechenzentrumskapazitäten auf Gleichstromtechnik setzen könnten.
Mehrere Komponenten von Infinitus sollen in den kommenden zwölf Monaten gefertigt werden. Erste vollständig damit ausgerüstete Rechenzentren erwartet ABB in zwei bis drei Jahren.
ABB arbeitet bei der Technik auch mit dem US-Chipkonzern Nvidia zusammen. Die beiden Unternehmen entwickeln Stromversorgungssysteme für besonders grosse KI-Rechenzentren.
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